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14.06.03 Aller Anfang ist schwer - besonders wenn das Strassenverkehrsamt seine Finger im Spiel hat...  

 

claude - Frisch und zur Überraschung aller Freunde, Verwandten und Bekannten plötzlich mit dem Motorradvirus infiziert, wollte ich als bekennender Autofan mit dem Töfffahren beginnen. Ok, bei mir war am Anfang die Maschine und dann die Idee, aber das ist eine andere Geschichte. Wie auch immer, ich wollte es nun lernen und mir dabei die in der Schweiz per 1.April 2003 geltende Regelung, dass bei bereits vorhandenem Auto-Führerschein die Fahrerlaubnis für Motorräder bis 125cc lediglich durch den Besuch eines Grundkurses und ohne Ablegen einer praktischen Fahrprüfungen erworben werden kann, zu Nutze machen. Und weil zu zweit alles schöner ist, wollte auch meine Freundin Barbara, ebenfalls im Besitz des Auto-Führerscheins, das neue Hobby mit mir teilen.

Um mit dem Töfffahren beginnen zu können, braucht man erst einmal einen Lernfahrausweis. Wir haben uns also also das entsprechende Formular aus dem Internet ausgedruckt. Soweit noch alles in Ordnung. Dann haben wir das Formular ausgefüllt - was auch noch nicht wirklich schwierig war - uns ein aktuelles Passfoto besorgt und schliesslich einen Sehtest absolviert. Auch soweit noch alles in Ordnung, alles absolut machbar. Aber dann, dann wurde es wirklich haarig: das ausgefüllte und unterzeichnete mit Passfoto versehene Formular musste nun ans Strassenverkehrsamt geschickt werden und damit begann eine wahre Leidensgeschichte:

Auf dem Formular stand, man kann es entweder aufs jeweilige Gemeindebüro bringen oder selber ans Strassenverkehrsamt schicken. Wir entschieden uns für den ersten Weg und Barbara ging mit beiden Formularen und meiner ID in der Tasche aufs Gemeindeamt. Die nette Dame dort erklärte Barbara mit mitfühlendem Blick, dass sie leider nur eines der beiden Formulare annehmen könne, ich müsse nämlich persönlich vorbeikommen, sonst dürfe sie mein Formular nicht annehmen. Also wurde Barbara's Formular ans Strassenverkehrsamt in Winterthur geschickt, meines begleitete Barbara wieder zurück nach Hause.
Da es aufgrund der unmöglichen Öffungszeiten des Gemeindebüros für mich nicht möglich war, dort vorbeizugehen, ohne dass ich bei der Arbeit die eine oder andere Stunde hätte freinehmen müssen, beschloss ich die Flucht nach vorn und wollte mal über Mittag mein Formular direkt und persönlich beim Strassi (meine Kosebezeichnung fürs Strassenverkehrsamt) in Zürich vorbeibringen und den Stein ein für allemal ins Rollen bringen. Gesagt, getan.

Gut eine Woche später trudelten die bestellen Lernfahrausweise brav bei uns Zuhause ein, Barbara's kam aus Winterthur, meiner aus Zürich. Die grosse Freude wurde alsbald getrübt, stand doch in Barbara's Lernfahrausweis "Nur Grundschulung, keine praktische Prüfung erforderlich" und in meinem stand nichts dergleichen, im Gegenteil, beigelegt war noch ein Anmeldeformular zum Ablegen der praktischen Prüfung! Da bekam ich bereits die ersten Schweissausbrüche, wieso gerade ich?!

Ich beschloss also, mich beim Strassi nach den Gründen dieser Ungerechtigkeit und dem weiteren Vorgehen zu erkundigen und habe dort angerufen. Die nette Dame im Strassi hat gleich verstanden, wo der Schuh drückt und mir geraten, ich solle alles einfach retour senden, ich bekäme dann nochmals einen neuen Lernfahrausweis... Da sich nach zwei Wochen immer noch nichts getan hat, habe ich wieder angerufen, diesmal eine andere nette Dame am Apparat. Nach unzähligen Minuten der Erklärung, des Warum und Wieso hat diese Dame dann meinen, sowohl auch Barbara's Lernfahr-Ausweis im System (sind ja nun alle elektronisch gespeichert) überprüft und ist zum Schluss gekommen, dass mein Ausweis eigentlich richtig war und die vom Strassi Winterthur (welche anscheinend sowieso immer machen was sie wollen und bald ein eigenes Strassenverkehrsamt hätten uswusf - Mann, hat die Alte gelästert) für Barbara mal wieder was Spezielles ausgestellt hätten. Ich solle also warten, sie würden mir meinen ursprünglichen - eigentlich richtigen - Ausweis wieder zurückschicken - irgendwann... Eine Woche später rufe ich wieder an, wo denn nun mein Ausweis geblieben sei? Wiederum eine andere nette Dame am Apparat - tja, wenn ich bis jetzt noch nichts bekommen hätte, dann ist das bestimmt verloren gegangen. Ich solle auf den nächten Polizeiposten gehen und eine Verlustmeldung meines Ausweises machen, erst dann könnte mir ein Duplikat ausgestellt werden. Ich also hin auf den nächsten Polizeiposten und nach langen Erklärungen und genauer Schilderung des Sachverhalts und des Tathergangs wurde mir der Verlustschein ausgestellt. Damit bin ich dann wieder zum Strassenverkehrsamt und konnte endlich - nach über 3 Wochen hin und her - meinen gültigen Lernfahrausweis (das Duplikat) in Empfang nehmen. Als ich dann am selben Abend nach Hause komme und in den Briefkasten schaue- ratet mal, was ich dort vorfand - ja genau, das Original...


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