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jazz - Am 28.06.03 kamen wir in Liberia, Costa Rica an. Die erste groessere Stadt nach der Grenze mit 40'000
Einwohnern. Wir buchten gerade 3 Naechte im Hotel Liberia. Drei Naechte in einem engen aber sauberen Zimmer, ohne TV, ohne
heiss Wasser, dafuer quitschendes Bett und Venti an der Decke, TV im Garten, Toeffs im Garten, fuer 15 US$ fuer 2 Personen
pro Nacht. Da wir am ersten Abend Grund zu feiern hatten, erstes Etappenziel erreicht, gingen wir die Geschaefte am Sonntag
ruhig und gemuetlich an... . Wir hatten viel einzukaufen, gingen ins Internet, wo wir den Transport unserer Toeffs von Panama
City nach Ecuador anfingen zu organisieren. Wir wollen keinesfalls durch Kolumbien fahren. Wir ruhten uns so richtig aus,
hingen im Park rum, Phil las mir Geschichten vor und wir planten unsere weitere Reise. Am folgenden Tag, Montag 30.06.03,
liessen wir unser Gepaeck im Hotel und fuhren mit den "nacked Bikes" Richtung Strand. Wir besuchten auf unseren 190 km, die
wir an dem Tag fuhren den Playa Grande, den Playa Flamingo und den Playa Brasilito. Herrliche Straende: Sand, Wellen, keine
Sonnenschirme, keine Hotelbunker und wenig Leute, nur ein paar Surfer in den Wellen und deren Gallionsfiguren auf den
Badetuechern.
Ebenfalls an diesem Montag organisierten wir mit Hilfe des freundlichen Hotelfuehrers unseren
Besuch bei BMW San Jose und einen Trip in den Parque National Rincon de la Vieja.
Frueh am Dienstag, 1.07.03
ging es los. Mit ganzem Gepaeck verliessn wir Liberia und fuhren 5km auf der Landstrasse bis der Wegweiser Richtung
Nationalpark mit Vulkan (aktiv) kam. Es folgten 22 km Offroad mit beten, dass wir uns keinen Platten holen: der Weg war
extrem steinig (z.T grosse, lose Brocken, z.T spitze Steine die aus der weggewaschenen Strasse nach oben "spitzten"). Nach 1h
Fahrt und viel Schwitzen kamen wir im Hotel oben an; am Fusse des Vulkanes, der tropischen Waelder. Schnell packten wir alles
aus, assen nochmals eine Kleinigkeit und dann konnte uns nichts mehr halten: ab in den Park. Es war etwa 10 Uhr als wir
uns am Eingang des Parkes (6US$ pro Person) registrieren liessen (eine Sicherheitskontrolle). Danach ging es ab in den Wald.
Die Sonne schien und es regnete, alles gleichzeitig. Doch unter dem dichten Laubdach spuehrte ich den Regen kaum, ausser wenn
der starke Wind die Aeste schuettelte. Es war einmalig. Durch enge Trampelpfade kaempften wir uns die Huegel hoch. Ueber 5
Stunden verbrachten wir staunend und fasziniert in den Waeldern. Wir sahen Insekten, Schmetterlinge, Ameisen, Spinnen,
Tausendfuessler und Libellen... alles in Farben, Formen und Groessen die ich nur aus Buechern kannte- oder nicht mal das. Wir
sahen Nagetiere (Eichhoernchen, sowas wie ein Murmeli (hatte dicken Po aber keinen Schwanz, hellbraun)und nochwas anderes,
groesse Murmeltier, jedoch langer Schwanz. Die Geraeuschkulisse der Grillen und Voegel war gigantisch! Die Echsen zum Glueck schoen
klein. Wir liefen ueber Haengebruecken ueber tosende Baeche mit kristalklarem Wasser. Sahen Wasserfaelle, heisse Quellen,
sprudelnder Schlamm und es roch nach Schwefel.
Nach diesen 5 h bewegenster Eindruecke gingen wir zurueck ins
Hotel, assen tuechtig, duschten und genossen den Rest des Nachmittages im schoen angelegten Garten des Hotels (viele
Pflanzen, Pool, Liegestuehle, Bar, Internet... und andere Schweizer, ein Ehepar aus Bern, das wir noch oefters sehen
wuerden... .
Am zweiten Tag gingen wir nach dem Fruehstueck (Gebratene Eier, Reis mit Bonen und frischer
Fruchtsalat) bereits um 7.45 Uhr los. Die Berner fuhren uns mit ihrem Mietauto noch zum Parkeineingang. Dort verabschiedeten
wir uns - fuer wie lange?
Der Wald hatte uns wieder. Staundend, fasziniert und auf der Hut vor Tieren lief ich die 2 h als waeren es 2
Minuten, 2 Tage- ich weiss es nicht. Zeit spielt keine Rolle mehr. Auf 1400 Meter war der Wald dann fertig und wir standen
vor dem 400 Meter hohen Lavasteinwall. Schwarz, und dort wo abgelaufen leuchtete der Stein von den Mineralien in
orangetoenen. Es war sehr windig. Wir kletterten den Wall hoch und kamen schliesslich am Kraterrand an. Leider war es
dunstig, wolkig, schwefelrauchig und ich konnte den Krater selbst nicht sehen. Doch ich stand an dessen Rand- das genuegte
mir. 1800 Meter, die Natur, Phil und ich- sonst keine Menschenseele.
Auf unserem Abstieg konnten wir uns
dann wieder mehr auf den Wald und seine Bewohner konzentrieren. Und so kam es denn, dass wir etwa 15 Meter vom Weg entfernt
ein Tapir sahen! Das groesste (und die sind gross, etwa wie Esel) wildlebende Tier Costa Ricas. Wird hier liebevoll der "Costa
Rica Elefant" genannt! Ein paar Meter weiter unten dann ein Rascheln in den Baumwipfeln weit ueber uns: ein Rudel Affen, das
von Baum zu Baum sprang! Nicht Zoo, nein echt- das musste ich mir immer wieder sagen! Auch was unsere Haustiere betraf:
Skorpion und Schoggitalergrosse Kaefer! Ich werde diese 2 Tage meines Lebens nie vergessen.
Am
Donnertstag, 3.7.03, kamen wir nach den 22km Offraod und weiteren 220km Strassenrennen in San Jose an. Fast sowas wie ein
Schock: viele Autos, schnell, viele Menschen, laut und gar keine Baeume mehr. Nach 1 h Irrfahrt fanden wir ein Hotel; die
Jugi "Backpackers"- viele junge Menschen, die meisten angereist per Flugi und fuer 2 Wochen hier. Am naechsten Tag brachten
wir die Bikes zum Service und selber gingen wir auf die Botschaft um Pakete von unseren lieben zu Hause abzuholen. Diese
Paketgeschichte war dann noch mit ziemlich viel Aerger verbunden, den ich hier nicht weiter erwaehnen will, da ich noch nicht
ganz darueber hinweg bin und mich die Sache noch immer wuetend macht. Nur soviel: Homeopatische Medikamente werden hier
geanuso gehandhabt wie harte Medizin- ohne costaricanische, aerztliche und amtliche Beglaubingung war ein Ausloesen des
Paketes aus dem Zoll unmoeglich...
In der Jugi fuehlten wir uns eher unwohl und auch sonst gefiel es uns in
der Stadt nicht sonderlich gut. Aber wir hatten ja unsere Bikes im Service und waren daher noch eine Zeitlang hier. Einmal in
der City liefen wir noch den Bernern ueber den Weg. So ein Zufall. Am 3. Tag verliessen wir San Jose mit Zahnbuerste und
frischer Unterhose (Restgepaeck eingestellt) und verbrachten 2 wundervolle Tage in La Fortuna. Dieses Dorf liegt am Fusse des
aktivsten Vulkanes Zentralamerikas, dem Arenal. Nach 4 h Busfahrt kamen wir an und unternahmen eine 3 stuendige Wanderung
zu einem Wasserfall, den wir nicht sahen, da sie 6US$ pro Person verlangten. Wir genossen den Wald, die Sicht auf den
imposanten Vulkan, hoerten seine Gaseruptionen und kamen gerade noch vor dem grossen Gewitter zurueck ins Hotel. Ein solches
Gewitter habe ich noch nie erlebt. Es wurde Nacht und die Wand des Wassers kam. Schnell, laut und heftig- und kurz. Am
zweiten Tag unternahmen wir eine gefuehrte Tour in den Regenwald auf der anderen Seite des Vulkanes. Wir kamen ueber
Lavafelder (vom Ausbruch von 1992). Gigantisch. Das Lavafeld vom Ausbruch 1996 sahen wir von weitem; dieses war bereits
wieder mit Vegetation ueberwachsen! Im Regenwald sahen wir Affen, eine gelbe Viper (extrem gifig), ein Termitennest, Ameisen
und wir liessen uns die Pflanzen und Tiere erklaeren. Es war superinteressant und da wir nur eine 4er Gruppe waren, konnte
der Leiter wirklich auf alle meine Fragen eingehen. Der Regenwald in La Fortuna ist viel feuchter als der in Rincon de la
Vieja (doppelt soviel Regen hier pro Jahr ca. 4000-5000mm) und war primary Forest, also mit 3 erkennbaren Stockwerken
(Bodenpflanzen, mittlere Baeume und ganz hohe). Dieser Regenwald erschien mir also noch verwachsener und dichter als der in
Rincon de la vieja.
Am Sonntag, 6.7.03 kamen wir zurueck nach San Jose und wechselten als erstes das Hotel.
Wieder liegen 2 unvergessliche Tage hinter mir. Und als wir nach Ankunft noch schnell Einkaufen gingen, ja wen sahen wir
denn da, so ganz per Zufall, richtig- unsere Berner. In San Jose haben wir noch einiges zu tun: ich brauche neue Pneus
(fahre ich doch immernoch mit dem ersten Satz herum; 24'000km!) und wir wollen den Motorradtransport sowie die Bedingungen
fuer die Motorradein- und ausfuhr in Suedamerika (Ecuador) so weit wie moeglich von hier aus organisieren. Und weil
hier ja alles etwas laenger dauert als anderswo, koennen wir, waehrend die unsere Papiere anschauen, stempeln und
herumtelefonieren, da koennen wir also morgen, 8.7.03, ruhig nochmals etwas ausserhalb der Stadt unternehmen. Es geht ein
weiteres Mal mit Bus und wenig Gepaeck raus an den Pazifik- diesesmal nach Quepos. Dort erwartet uns ein Bekannter von Phil,
sowie der Nationalpark Manuel Antonio und vielleicht unsere Berner...
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