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phil - Der Lufttransport von Panama nach Quito ist schlussendlich nicht so eine grosse Sache, vorausgesetzt, man bezahlt in bar (siehe Bericht "Zwei Stunden im Leben von..."). Nehmt in Panama erst telephonischen Kontakt mit den Speditionen auf. Bekannte sind Copa Cargo (die Cargo Gesellschaft von Copa Airlines, der Fluggesellschaft von Panama), GIRAG oder Panavia. Bei www.horizonsunlimited.com einige Berichte ueber Erfahrungen mit diesen. Fragt als erstes nach einer Person, welche englisch spricht, falls spanisch nicht zu Eurer Staerke gehoert, das erleichtert die Sache.
Wir haben uns fuer Copa Cargo entschieden, einfach deshalb, weil wir diese als erstes erreichten und sie gemaess den erwaehnten Erfahrungsberichten gut abschnitten. Zudem stimmte der offerierte Preis, 550 USD pro Fahrzeug, inkl. des 75 Dollar Gefahrengut- Zuschlags. Dieser Preis liegt am Rand des unteren Mittelfeldes und bezieht sich auf ein Fahrzeug, unabhaengig von Volumen und Gewicht. Dafuer koennen die Gepaeckboxen am Motorrad verbleiben, ohnehin ein Ratschlag zweier Gleichgesinnter, da der Umgang mit dem Transportgut alles andere als zaertlich sei.
Der Transport von Panama nach Quito geht (mit Copa Cargo?) immer ueber Bogota, Kolumbien und das nur einmal pro Woche, Samstags (klaert ab, wann die Fahrzeuge spaetestens abgegeben werden muessen). Nach Bogota gehts mit Copa, da wird umgeladen und Lineas Aereas Sudamericanas (kolumbische Airline mit alten Duesenjets, die zwar einen hoellenkrach produzieren, nach einem Infoprospekt aber "alle internationalen Sicherheitsstandards erfuellen") bringts nach Quito. Vielleicht gibt es direktfluege Panama - Guayaquil, der groessten Stadt Ecuadors, an der suedlichen Pazifikkueste gelegen. Auf diese Weise habt ihr auch keine Probleme mit der Hoehenkrankheit (Quito liegt auf 2'850 M.ue.M.) und anscheinend sind schon Motos in Bogota stecken geblieben. Don't panic.
Wir gaben unsere Bikes an einem Donnerstag Morgen am alten Flughafen (8 Km weiter als der neue intl. Flughafen Tocumen) ab, wo sich alle Frachtgesellschaften befinden. Ich empfehle die Anfahrt ueber den "Corredor Sur". Die Strasse ist zwar kostenpflichtig (ca. 2.40 USD pro Bike), doch erspart man sich die Fahrt durch das chaotische Zentrum von Panama City. Beim neuen Flughafen links halten, dem Flughafengelaende nach, im ersten Kaff bei der Kreuzung rechts weiter und schon seid ihr an der Zollschranke am Eingang des Frachtgelaendes.
Batterie abhaengen (pruefte bei uns zwar keiner nach), Tank vollstaendig entleeren (wir haben nur die Zusatztanks entleert und eine kleine Menge im Haupttank belassen, kamen so durch die Kontrolle eines Angestellten) und ein wenig Luft aus den Raedern lassen. Danach wiegen, ein paar Zettel ausfuellen, bezahlen und fertig. Zur Sicherheit haben wir die Boxen, welche keine teuren, tehnische Gegenstaende mehr enthielten, mit Klebeband umwickelt, so dass es mehr braucht als nur den reinen Zufall, dass sich die Deckel auf unerklaerliche Weise lösen. Beim Verlassen des Gelaendes, beim ersten Zollhaus am Eingang, unbedingt einen Fahrzeug- Ausfuhr- Stempel in Pass und auf Importpapier machen lassen, sonst habt ihr bei der Personenausreise moeglicherweise Probleme. In Panama haben sie uns falsche Kontaktnummern fuer Quito gegeben, so war es nicht ganz einfach, die Motorraeder aufzuspuehren. Angekommen sind sie erst einmal bei Air France Cargo, drei Gehminuten in Richtung Zentrum vom Flughafeneingang in Quito. Dort mussten wir als erstes hin, um einen roten Frachtbrief in Empfang zu nehmen, welcher spaeter fuer die Zollformalitaeten gebraucht wird. Zusaetzlich hatten wir 28 USD Lagergebuehren zu bezahlen, unsere Toeffs befanden sich jedoch schon in einem anderen Frachtlager, nordoestlich vom Flughafen, Name Extecomexsa Cia. Ltda.
Das Einfuehren der Motorraeder ist eine Geschichte fuer sich, siehe dazu den detaillierten Bericht von Jazz: "Quito, Edison und wir". Wir hatten die grosse Hilfe eines einheimischen Freundes, welcher uns bei allen Behoerdengaengen begleitete und so die sprachlichen Huerden beseitigte. Es dauerte zwei Tage und kostete nochmals 28 USD Lagergebuehr fuer diese andere Gesellschaft mit unaussprechlichem Namen. Mit der Unterstuetzung des Freundes haben wir 30 Tage Aufenthaltsbewilligung, ohne ein Carnet de Passage, ohne eine Depothinterlegung, ohne sonst einer Gebuehr, erhalten. Kommt ihr nicht um eine Depothinterlegung herum, diese wird als Sicherheit verstanden, damit ihr die Fuhre nicht verkauft, so gebt einen unverschaemt tiefen Fahrzeugwert an. Zwei bis dreitausend US Dollar fuer unsere 2002er 650er BMWs erschien den Beamten, die nach dem Preis fragten, guenstig aber nicht unmoeglich (wir haben den tiefen Preis immer mit der geographischen Naehe zu Deutschland gerechtfertigt).
Wir hatten ein Angebot von einem Herrn einer "Zollagentur", der versprach, die Bikes fuer 550 USD einzufuehren. Vergesst das, es geht auch anders. Beharrt und verharrt an den Schaltern, das Schluesselwort hier ist nicht "Transito" (wie in Zentralamerika), sondern "Tourismo".
Unser Weg die Motorraeder nach Suedamerika zu bringen, ist einer von unzaehligen. Alle Berichte, welche wir bisher gelesen haben, unterscheiden sich irgendwo. Verlasst euch nicht darauf, dass ihr kein Carnet de Passage braucht, denn in den Gesetzestexten ist es noch drin.
Vielleicht hatten wir einfach Glueck. Kleiner Wermutstropfen, mein Bike wurde derart grob behandelt, dass die linke Gepaeckbox massiv eingedrueckt war. So fest, dass sich sogar die Pfanne im Innern verformt hatte. Kleine Lackschaeden und ein eingedrueckter Blinker auf derselben Seite sind nicht so tragisch. Mit Freude haben wir heute die Nachricht von Touratech erhalten, die professionell schnell und unkompliziert auf unsere Anfrage fuer eine neue Box reagierten. Sie werden uns eine Alubox nach La Paz, Bolivien, senden - zu einem, sie nennen es "interessanten Preis"! (Touratech: Um Eure Frage zu beantworten: Ja, damit koennen wir sogar lange leben!) Herzlichen Dank!
Ich schreibe diesen Text aus den Anden und kann nur sagen: Der Aufwand lohnt sich mehrfach!
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