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phil - Ecuador: Auffallend viel GM, hauptsaechlich Chevy. In der Stadt moderneres, tieferes, schnelleres. Zum ersten Mal wieder Fiat. VW gut vertreten mit Gol (kleiner Golf aber nicht der Polo) und Golf. Benzin staatlich einheitlich, 1$48 pro Gallone (Normal)(bei Wechselkurs 1USD = 3.42Sol), ueber 2$00 p.G. fuer Premium. Grosse Polemik ab diesem grossen Preisunterschied. Politiker: Nur die Millionarios fahren Karren, die solches Benzin brauchen, Nachrichtensprecher klagen jammernd: Aber mein Nissan auch -und ich bin kein Millionario! Das Tankstellennetz ist ausreichend, jedoch nicht gross genug, dass sich in Quito nicht staendig lange Warteschlangen bilden wuerden. Gut vertreten ist "P&S", was fuer Petroleo & Servicios steht, haessliches blau-rot-gelbes Logo. Von den uns bekannten ist Texaco oder Shell vor Ort. Wer kein Havoline im Motor hat ist blind oder trotzig.
Toyota nicht uebermaechtig. Einige wenige franz. Modelle, zudem die bei uns belaechelte Marke Lada, in Quito sogar mit einer Vertretung. Mini Jeeps auf dem Land ebenso haeufig wie verbreiteter Radstand in Stadt. Wenn ein echter Trucker in Zentralamerika ein bis drei grosse Mercedes- Sterne auf den Grill seines alten Macks schraubt, so entfernt in Ecuador, wer ein Fernfahrer sein moechte, saemtliche Kotfluegel ueber den Hinterachsen. Viele Macks und aeltere Ford Lastwagen. Zudem die Marke "Hino", im Personen- und Warentransport stark vertreten.
Peru: Die Isuzu Fraktion ist nicht mehr so gross wie im noerdlichen Nachbarland. Haeufigster Fahrzeugtyp ist eindeutig der (weisse) Kombi: Nissan, Toyota, Subaru, hauptsache weiss. Diese Fahrzeuge werden oft als Ueberlandtaxis eingesetzt, welche bis ca. 6 Erwachsene Passagiere aufnehmen (inkl. Kofferraum). Taxis sind ohnehin populaer und machen bis 90% des Strassenbildes in einer Stadt aus. Dabei sind unterschiedliche Kategorien feststellbar: Die erwaehnten Ueberlandkombis sind nur eine davon. Weiter gibt es noch Aglo- Taxis, uralte Amischwarten mit den Dimensionen 6 Meter lang, 2 Meter breit, 6 Liter Hubraum, bis 5 Passagiere (exkl. Fahrer). Sie fahren immer die gleiche, am Fenster angeschriebene Route hin und zurueck. In der Stadt gibt es die in einem Postgelb lackierten Taxis, wie wir sie kennen, nur kleiner und zahlreicher. Kleinstwagen Marke Daewoo, selten nicht am Hupen, Mischung zwischen Smart und Tipo. Modellbezeichnung "Tico", also eigentlich ein Costa Ricaner. Die Anhaengsel LX, LS etc. weisen vermutlich auf die Motorvarianten hin; 200, 300 oder 400 PS stelle ich mir vor, Heckspoiler haben jedenfalls alle. Diese Taxis erstreiten sich einen Platz im hektischen Chaos in Konkurrenz zu den Motorradtaxis. Dreiraedrige Mobile mit Plastikueberdachung, 125 bis 250 Kubik, meistens Hondas, bunt bis schaebig, auf der Rueckbank Platz fuer zwei Personen. Mein Favorit fuer den geselligen Personentransport ist der gemeine Kleinbus, zu 99% asiatisch, faehrt ebenfalls Ueberlandstrecken und es ist erst richtig gemuetlich ab 12 Insassen mit Gepaeck. Die Kapazitaet wird locker auf ueber 16 Personen gesteigert. Alles eine Frage von Angebot und Nachfrage.
Ueberland ist nicht viel Verkehr, auch auf den Hauptachsen nicht. Das mag mit den hohen Benzinpreisen zusammenhaengen, welche in Ballungsgebieten leicht tiefer sind (Lima, Piura). 2$60 fuer eine Gallone 84er verbleit (bei Wechselkurs 1USD = 3.42Sol), resp. 3USD fuer 90er bleifrei ist fuer viele Peruaner zu viel (95er bleifrei ca. 3$50p.G.). Tankstellen sind zahlreich, bieten jedoch nicht viel Infrastruktur nebst der Haupttaetigkeit.
Kein Problem mit diesen Preisen duerfte die Oberschicht Perus haben. Sie fahren gehaeuft Jeeps, das Original. Alternativ auch die SUV Modelle von Mitsubishi, Nissan, sehr selten auch Mercedes.
Eines haben fast alle gemeinsam: Ein rot-weiss gestreiftes Klebeband, reflektierend, horizontal am Heck, zwischen den Lichtanlagen angebracht.
Die Trucks, klein oder gross, kommen allesamt mit grosser Ueberschrift. "Gott ist Liebe", der Firmenname oder aber auch der Kosename des Lastwagens, der Freundin, oder wen man sonst mag. So kamen mir schon "Che" und "Lenin" entgegen - beide links von mir, wo sonst ;-) Die Marken erkenne ich nicht bei jedem. Die LkWs der mittleren Groesse sind oft Volvos, Hinos, Macks oder Fords, die grossen Volvos oder International. Einem Lastwagen, der einen Teil oder die ganze Ladung verloren am Rande steht, begegnet man etwa jeden zweiten Tag.
Personencars machen je nach Preisklasse den Eindruck von "Kommtniemalsan" bis "Fuenfsternhotelaufraedern". Mercedes oder Tochterfirmen, Volvos oder Hinos, nicht zu vergessen die Hyundays, letztere bei den Kleinbussen stark vertreten. Perle fuer den Kenner gesichtet in Lima City: Ein Tata Personenbus! Tata ist ein indischer Hersteller, nach eigenen Angaben der sechst Groesste der Welt. Allerdings nicht zu verwechseln mit der tschechischen Marke Tatra, welche sich heute hauptsaechlich auf die Produktion von Militaerfahrzeugen konzentriert. Tata und Tatra sind im Internet zu finden, interessante Firmengeschichte vor allem von Tatra.
Die Polizei alle mit den gleichen, silberfarbenen Toyota SUVs oder mit 250er Motos unterwegs. Uniform wie deutsche Panzergenerale des 2.WKs. Da es im Norden nur eine wirkliche Strasse gibt, hocken auch alle da, machen besonders um Lima (+/- 400Km) einen gierigen Eindruck. Vorischt immer bei Dorfein- und ausfahrten!
Im Kuestengebiet gibt es wieder vermehrt Fahrraeder, Fahrradhaendler und -mechaniker. In den Anden jedoch dominieren unter den Gefaehrten mit Biomotor die Eselswagen.
Bolivien: In den Anden gibt es eine wahre Lastwagenmarke: Volvo. Ein Blick ins Logbuch einer Kontrollstelle dokumentiert diese Beobachtung. Als fast einzige Konkurrenz bekommt man von Zeit zu Zeit einen Scania zu Gesicht, der ja ebenfalls schwedischer Herkunft ist und zu je dreissig Prozent zu Volvo und Volkswagen gehoert. Nostalgischer Anblick in La Paz: Passend zum 100 Jahre Jubilaeum entdecke ich einen "Saurer Suiza" Lastwagen, glaenzend gepflegt und ein wuerdiger Vertreter schweizer Automobilgeschichte. (Gemaess meinen Recherchen im Internet endete eine Sonderausstellung im Verkehrshaus Luzern am 24.08.03, doch es seien noch 1,499 Lastwagen auf schweizer Strassen im Einsatz. Bericht: http://www.ammv.ch/berichte/saurer.htm ).
Der Benzinpreis in Bolivien ist flaechendeckend gleich, 3.31 BS, was bei einem aktuellen Kurs von 7.7 BS fuer 1 USD einen Preis von 0.43 Cent pro Liter oder 1.62 USD pro Gallone ausmacht. Ueber die Qualitaet laesst sich allerdings nur so viel sagen, dass es den Leuten offensichtlich egal ist und es keine verlaessliche Angaben gibt. Die demokratische Mehrheit tendiert zu "verbleit, 84er Oktan". Die Tankstellen sind sehr duenn gesaeht, eine Reichweite von 500 Km sollte jedoch ausreichend sein.
Der zu Peru vergleichsweise tiefe Benzinpreis aendert nichts an der Tatsache, dass nicht viel Auto gefahren wird. Fahrraeder sind, auch auf dem Altiplano auf 4,000 Meter, haeufig zu sehen. Nebst Lastwagen dominieren Taxis, was erst auf den zweiten Blick auffaellt, da sie keinen einheitlichen Anstrich haben.
Immer wenn man in Suedamerika das Gefuehl hat, egal auf welchem Gebiet, das Limit sei erreicht und man habe etwa alles gesehen, wird man eines besseren belehrt. Staunte ich schon in Peru ueber das Fassungsvolumen, oder besser dessen Ausnutzung, von Fahrzeugen, so lernt man in den Lowlands von Bolivien, dass bei einem Kombi nochmals drei Leute mitfahren koennen, wenn der Kofferraumdeckel offen bleibt und sich die Leute an den Kanten festhalten.
Bei den Privatfahrzeugen ein aehnliches Bild wie in den benachbarten Andenstaaten, ein Abbild der Gesellschaft. Eine Mehrheit faehrt gar nicht, wenige fahren gehaeuft asiatische Modelle, wobei in Bolivien auch mal Suzuki erwaehnt sein soll, und noch weniger fahren Mercedes S-Klasse, BMW 5er Reihe, Chevrolet (resp. Opel), Ford Mustang oder einen der ganz grossen SUV's von Nissan, Toyota, Chevy, Ford etc. Bei der ersten Fahrzeugkategorie der Nobelklasse stellt sich jedoch eine kleine Sinnfrage: Wo fahren sie mit diesen Autos herum? Geparkt sind sie in der "Zona Sur", dem reichen Viertel von La Paz. Der Bewegungsradius mit diesen tief gelegenen Flitzern ist in einem Land mit aeusserst wenig asphaltierten Strassen jedoch sehr beschraenkt.
Es gibt noch das Thema Zahlstellen. Es gibt sie in Peru und Bolivien. In Peru sind Motorraeder gratis. Um die Hauptstadt herum gibt es bei Zahlstellen eine eigene Spur fuer Zweiraeder, weiter weg muss man sich zum Teil durch Fussgaengerpassagen draengeln, da man auf keinen Fall ueber die Erfassungssensoren fahren darf. In ein, zwei Faellen ist der Gehsteig zu schmal und man muss den Kerl an der Kasse in der Kabine dazu bringen, die drei Schritte zu gehen, um die Kette bei der Spur fuer Ausnahmefaelle zu loesen. Die Preise fuer Autos sind sehr moderat und liegen weit unter dem Ansatz des teueren Mexicos. In Bolivien weiss man wieder nicht so recht. Vermutlich waeren Motorraeder gratis. Das schliesse ich daraus, dass uns die meisten Kontrolleure durchwinken. Wenige andere verlangen ein paar Cent. Vermutlich nicht aus boesem Willen oder aus Gier, wir haben jedenfalls immer eine Quittung bekommen, sondern aus nackter Unwissenheit. Noch nie habe ich irgendein Anschlag mit offiziellen oder inoffiziellen Preisen gesehen. Motorraeder im Langdistanzbereich sind eine Gesetzesluecke und sorgen fuer Verwirrung und manchmal zu kleinen Diskussionen unter den ratlosen Angestellten der Mautstelle.
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