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jazz - Tja, Luxus hatten wir erwartet. Wie ich in der Einleitung schon angedeutet habe, kam alles ein bisschen anders. Nun aber schoen der Reihe nach:
Am Freitag, 5.09.03 fuhren wir frueh am Morgen im kalten Ollague, dem kleinen Ort an der bolivianischen-chilenischen Grenze auf 3700 Metern los. Die chilenische Offroadpiste war in einem viel besseren Zustand als jene auf der bolivianischen Seite: luxusmaessig breit, eben und schoen hart mit wenig Wellblech und nur wenig losem Kies. Wir kamen zuegig und ring voran und hatten eine paradisische Landschaft um uns herum! Wir sahen sogar Flamingos, die im seichten Wasser eines Sees standen in welchem sich die Vulkane spiegelten, weit und breit ausser uns und einigen Lamas keine Lebewesen- es war herrlich! Dann, nach etwa 150 kam die asphaltierte Strasse- welch eine Freude! Doch diese waehrte nicht lange. Nur wenige km spaeter kam unsere Lieblingstafel: Umleitung. Und das war echt hammerhart: Vor uns, soweit das Auge reichte, befand sich sowas wie ein sich arg in die Laenge verzogener Sandkasten mit z.T mehr als knietiefem, feinstem Sand!!!! Zig Fahrspuren, tiefe Furchen schoen kurvenreich in den Sand gegraben, zeugten davon, dass auch die vierraedrigen Reisenden vor uns ihre Muehe in diesem Gelaende hatten! Tapfer, mit nicht wenig fluchwortbegleiteten Schwenkern, Rutschern und was mich betrifft zwei Hinfallern, kaempften wir uns da durch. Natuerlich hatten wir genau auf diesen 8-10km Wind und Gegenverkehr. Es war Horror. Total ausser Atem kamen wir wieder auf Asphalt, in den Rueckspiegeln die Vulkane und vor uns noch gut 40km Fahrt bis Calama. Im Ort angekommen suchten wir, verstaubt bis in die letzte Ritze (wir stiegen in einer very basic Bude ab...) nach einer ausgiebigen Dusche das riesige Einkaufszentrum am Stadtrand auf. Es war wie zu Hause!!! Alles, wirklich alles was unser Herz und vor allem Magen begeehrt, bekamen wir. Auch fuer unsere Motorraeder war das eine und andere Present drin: Kettenspray und WD40:-). Am Samstag, 6.09.03, wir wollten mit den Bikes gerade zu einer Waschtour aufbrechen, sahen wir, dass der Hinterreifen von Phils Bike total platt war. Jetzt war es also soweit. Hier, in Calama, auf Asphalt, nach ueber 1000km Offraod, Niemandsland und Pampa. Hier also ein Nagel im Pneu! Der erste Platten unserer Reise. Zu zweit auf meinem Bike suchten wir den Motorradmech im Dorf- einen soll es geben laut mehreren Aussagen. Wir fanden ihn. Den Laden. Der Mech allerdings war laut Nachbar an einem Fest und nicht vor Montag zurueck. Was nun? Wir fuhren etwas ratlos umher und hielten schliesslich vor einer Autogarage, die mit Goodyearpneus Werbung machte und vor welcher (der ausschlaggebende Punkt) ein Motorrad stand. In unserem immer besseren Spanisch war schnell erklaert, was unser Problem ist. Das sei gar kein Problem meinte der Automech und leidenschaftliche Motorradfahrer und so brachten wir ihm Phils Bike (notduerftig pumpten wir den Pneu mit unserer Pumpe auf) und einen neuen Schlauch, den wir als Reserve seit Abflug in unserem Gepaeck haben. Es dauerte etwa eine Stunde und das Hinterrad war wieder tip top - fuer eine Cola Light und etwas Trinkgeld! So wurde es Mittag, bis wir die Bikes an einer Tankstelle im Hinterhof mit Hochdruck auf der Leitung abspritzen konnten. Wir reinigten die Ketten und schmierten sie neu, die Speichen prueften wir und, Phils Lieblingsbeschaeftigung, alles was wie geschmiert laufen soll wurde so richtig mit WD40 behandelt.
So viel Sand und Dreck habe ich noch nie von einem Fahrzeug gewaschen! Hat Spass gemacht. Nach dem Mittagessen ging die Putzaktion gleich weiter. Wir brachten beinahe unsere Ganzen Kleider (auch Motorradbekleidung) zum Waschen und wir selbst raeumten alle Boxen aus, wuschen die arg in Mittleidenschaft gezogenen Gepaeckstuecke und tapten Verpackungen wieder zurecht. Es ist echt krass, wieviel (Metall) Staub (alles wird schwarz, alles! Buchdeckel, Plastiksack,Klebeband- alles) und Dreck sich ansammelt und vor allem, was mit Gepaeck geschieht, das fast 30'000km durchgeschuettelt wurde! Ein Beispiel? OK: die Zuendholzschachtel noch ganz, aber leer geschuettelt. Die Streichhoelzer einzeln irgendwo in der Box, bei allen das rote Kopepfli abgeschabt. Nach dieser gehoerigen Waschaktion, und einmal heftig Ausrufen bis wir von der Waescherei wieder alle Kleider hatten und nicht nur die Haelfte, gingen wir noch ins Internet um uns bei BMW Santiago de Chile fuer den Service an zu melden.
Am Sonntag 7.09.03, Montag 8.09.03 und Dienstag 9.09.03 machten wir total 1200km durch die tockenste Wueste der Welt und kamen am Dienstag, 9.09.03 in Vicuna an. Vicuna ist ein Seitental von Chile wo das Land sehr fruchtbar ist und das Klima, im Gegensatz zu der immer noch sehr kuehlen Kuestengegend, angenehm warm ist. Es war von Beginn weg klar, dass wir hier 4 Naechte bleiben wollen, denn dieses Tal hat viel zu bieten. Die Rebberge und deren feines Produkt (testeten wir gleich am ersten Abend), die Sternwarten und eine herrliche Landschaft. Am Mittwoch, 10.09.03 fuhren wir nochmals runter an die Kueste nach La Serena- eine boomende Stadt, wo wir einkauften und den Oelwechsel und Oelfilterwechsel (hatten Reserve dabei) bei einem Hondamech machen liessen, da wir vom BMW von Santiago de Chile erfuhren, dass wir entweder morgen kommen muessten oder aber, da Feiertage, wir bis Montag, 22.09.03 zu warten haetten. Den Rest des 30'000km Service erledigten wir selbst. Am Abend machten wir dann eine Fuehrung in der 8km von Vicuna entfernten Sternwarte mit. Es war einmalig! Unser Guide war ein echter Freak, der extrem viel wusste und gut English sprach. Wir sahen zum Mars, (Voll)Mond, sahen das Cruz del Sur, viele Sternbilder, Cluster, Sternstaub und die Milchstrasse. Ein Erlebnis, das ich in guter Erinnerung behalten werde!
Am naechsten Tag erkundeten wir das Tal mit dem malerischen Fluss und den Rebbergen bis in die letzten Winkel. Doch leider nicht ganz, denn am Motor von Phils Bike bildeten sich Oeltropfen- hatte der Mech gepfuscht? Wir fuhren zurueck zu unserem Hotel und Phil beschaftigte sich den Nachmittag lang mit den Bikes: er reinigte den Motor und die Teile (Abdeckungen) rundherum sorgfaeltig und zog alle Schrauben des Motorblocks nach. Besonders bei seinem Bike waren diese Schrauben nicht mehr richtig fest. Seither ist der Oeltank dicht- keine Tropfen mehr. Ich genoss in dieser Zeit die waermende Sonne im Innenhof unserer Bleibe und liess meinen Chefmech in Ruhe Werken. Unser "Hotel" glich eher einer Baustelle mit Kleintierzoo! Der Inhaber war ein Bastlertyp und auf dem ganzen Areal lagen Metall, Holz und jede Menge Werkzeug herum. Die Hasen, Huehner, Papageien und andere Voegel liefen frei umher- und ueberhaupt war alles sehr unkompliziert und daher sehr sympatisch. Wir durften Waschmaschine, Kueche und Garten mitbenutzen und hatten super heiss Wasser und sogar Farbfernsehen in unserem kleinen und keuhlen Zimmer fuer einen fairen Preis. Freitag, 12. 09.03: ich wurde 29! Meine Geburtstagsfeier begannen wir am Morgen mit unserem Besuch in der Weinbrandtdestillerie Capel, wo sie den hier bekannten Pisco herstellen. Nach einer Privatfuehrung folgte eine ausgiebige Degustation- alles gratis. Zufrieden gingen wir gegen Mittag ins Hotel zurueck und genossen die Sonne des Nachmittags mit Lesen, Ausruhen und Nichtstun. Vicuna und unsere 4 Tage dort haben mir gut gefallen und gut getan. Haette ich geahnt was folgt, waere ich geblieben...
Am Samstag, 13.09.03 ging unsere Fahrt weiter durch immer fruchtbarere Huegellandschaften etwas im Landesinnern Chiles Richtung Hauptstadt. Bei km 230 dieses Tages dann der Bruch: Bei Phils Bike leuchtet das Keuhlerlaempli auf, der Kuehlungsschlauch hats vom Motor weggetrennt, Wasser laeuft aus und es stinkt und dampft. Mitten in der Pampa, der naechste Ort, ein 100 Seelendorf namens Combarbala ist 20km entfernt, Santiago de Chile liegt unrerreicbare 380km weiter suedlich. Wir befestigen den Schlauch wieder am Motor, fuellen wenig Kuehlfluessigkeit nach und wechseln noch den Luftfilter zur Sicherheit, damit wenigsten sicher genug Luft in den Motor kommt. Wir fahren 2km und die Lampe leuchtet wieder auf. So warten wir 1.5h bis der Motor abkuehlt, fahren einige km, da leuchtet das Ding wieder. Mit Zurrgurten schleppe ich Phil und sein Bike mit allem Gepaeck ab. Es geht gut solange es eben nach geht und leicht aufwaerts. Doch abwaerts wirds zu gefaehrlich und wir binden sein Bike wieder los. Es fehlen ca. 10km bis Combarbala. Abwaerts wird gerollt, dann warten, 1km fahren, warten usw. Nach ueber 3 Stunden kommen wir an, halten in irgendeiner Strasse und fragen nach einem Hotel. Das gibt es hier nicht, doch das Haus, wo wir gerade davor stehen, die vermieten hier Zimmer an Reisende wird uns gesagt und schon oeffnet sich die Tuer. Wir sind uebergluecklich, erstmal eine Unterkunft gefunden zu haben. Im Innenhof laden wir das Gepaeck von den Bikes ab. Da sehe ich einen Pickup rumstehen, schaue Phil an, wenige Worte zwischen uns genuegen und schon sind wir mit dem einen Bruder unserer Wirtin (ihr gehoert der Pickup) ueber einen Preis am verhandeln, wenn er uns nach Santiago fahert. Noch bevor wir richtig angekommen sind steht der Preis fest, beladen wird heute um 21.30 (die Wirtin muss erst noch an eine Beerdigung) und Abfahrt ist morgen Sonntag, 7.30 Uhr. Wie im Film! Wer haette das gedacht? Es ist unglaublich, wieviel Glueck wir hatten! Wir haben dann tatsaechlich um halb 10 beladen, machten noch eine kleine Testfahrt zu einem Aussichtspunkt oberhalb des Dorfes (natuerlich erst rund um den Plaza damit uns auch alle sehen) und am naechsten Tag ging es puektlich um 7.33 Uhr los. Auf der Fahrt gab es keine Zwischenfaelle, ausser dass der Fahrstil Enzos etwas anders ist als meiner und die 8km Bachbett, einige Wasserstellen,ja,ja... Und so kamen wir um 11.30 Uhr im 366km entfernten Santiago de Chile an. Das von uns im Reisefuehrer aufs geratewohl ausgesuchte Hotel gab es leider nicht mehr und so entschieden wir uns fuer ein Hotel in der naehe dieser Adresse, etwas teurer dafuer musste Enzo nicht noch lange in der Stadt umherfahren. Dort sprachen wir einen New Yorker an, der zuefaellig an der Strassenecke stand, ob er beim Abladen helfen koenne? Und so hieften 3 Maenner und ich die Bikes ohne Rampe vom Pickup runter. Alles war gut, Enzo erhielt den verabredeten Lohn und faehrt los.
Unser Gepaeck hatten wir gerade in die Lobby geschleppt, Phil steht an der Theke zum Einchecken, da merke ich es. Horror. Panik. Unsere Jacken! Unsere Jacken, eingeklemmt zwischen Sitzbank und Rueckwand fahren in dieser Minute zusammen mit Enzo aus der Stadt Richtung Combarbala, 366 km weit weg! Wie in einem Film sehe ich, was alles in den Taschen meiner Jacke ist: Motorradschluessel, Pass, Fahrzeug- und Fuererausweis, wenig Geld und Mastercard. Weg! Noch wahrend ich diesen Film sehe spurte ich aus dem Hotel, pfeife was die Lunge kann und sehe gerade noch das Hinterteil des Pickups, wie es rechts abschwenkt und auf Nimmerwiedersehen in den Strassen Santiagos verschwindet- mit unseren Jacken! Es gibt nur eine Loesung: wir muessen versuchen Enzos Handynummer herauszufinden um ihn im Auto zu erreichen. Spurt zusammen mit Phil zurueck ins Hotel wo er sofort mit der Dame an der Reception eine Suche nach der Familie in Combarbala via Telefon startet. Was wir zu diesem Zeitpunkt wussten: Ort Combarbala, Vorname des einen Bruders (Enzo) und des zweiten Bruders der Wirtin (Eric). Die Familie vermietet als einzige im Dorf Zimmer und sie besitzen einen kleinen Supermercado. Phil weiss, da er Logbuch fuehrt ueber unsere Unterkuenfte usw., die Adresse des namenlosen Hotels (in Suedamerika sind die Familiennamen nicht an der Eingangstuer angeschrieben wie bei uns). Waehrend die Dame auf Phils Tip hin dem Polizeiposten in Combarbala telefoniert hole ich den New Yorker nochmals, da dieser perfekt english und spanisch spricht- vielleicht kann er uns helfen. Leider wusste ich nur, in welcher Haustuer er verschwand, nicht aber in welchem Appartement. So stand ich vor dem Haus und schrie lauthals: Senior de Nueva York!! Senior de Nueva York!!Senior de Nueva York!! Da schaute eine Frau aus einem der Fenster hinaus und teilte mir auf Anfrage mit, dieser Herr wohne in Flat F. Ich klingelte, erklaerte unser Missgeschick und schon eilte er mit mir in die Hotellobby. Enzo ist seit 5 Minuten weg. Die Dame hat den Dorfpolizisten am anderen Ende der Leitung. Dieser kennt unsere "Enzo-Familie", wird den Bruder Eric suchen gehen, damit dieser Enzo ins Auto telefoniert und zum Umkehren bewegt. Waehrend wir auf den Rueckruf des Polizisten warten checken wir ein, beziehen unser Zimmer und empfangen liebevolle und troestende Worte der Dame an der Reception. Im Hotelzimmer- es ist ruhig, meine Nerven liegen blank, ich bin nervoes, habe Angst und mein Herz rast. Gleichzeitig aergere ich mich ueber mich selbst: wie konnte mir nur sowas dummes passieren! Ich schwoere mir, nie weieder etwas so zu versorgen, dass ich es nicht mehr sehe. Denn: aus den Augen, aus dem Sinn! Was mache ich ohne Pass? Ohne Jacke? Ohne Fahrausweise? Ich gehe, total in Gedanken, in den Mac visavis und hole mir etwas zu trinken. Wie ich zurueck in die Lobby komme strahlt mich die Dame an der Reception an und teilt mir mit, dass unsere Jacken in 20 Minuten hier sein werden. Alles wird gut! Ich eile ins Hotelzimmer zu Phil- er weiss es schon und wir fallen uns erleichtert in die Arme. Tatsaechlich folgt wenige Minuten spaeter der Anruf, Enzo sei da. Ich empfange unsere Jacken (alles noch in den Taschen), danke dem etwas irritierten Enzo (er erhaelt wahrscheinlich nicht jeden Tag einen Anruf von der Polizei) und eile zurueck aufs Zimmer. Uff!
Am Nachmittag suchten wir mit dem Bus den BMW Mech und erklaerten dort dem Pfoertner, dass wir gerne heute Sonntag, da wenig Verkehr, 2 Motorraeder fuer die Reparatur von morgen vorbeibringen wollen. Kein Problem. Die Fahrt mit den Bikes zum BMW, eine Strecke von etwa 20km quer durch die Stadt, dauerte ueber 2 Stunden und beinhaltete etwa 7 Motorkuehlungsstopps von jeweils mehreren Minuten. Doch wir kamen an, notierten Name, Problem und Farbe des Bikes auf einen Zettel und fuhren mit dem Bus zurueck ins Hotel.
Am Montag,15.09.03 teilten wir uns die Aufgaben vom Morgen auf: Phil fuhr zu BMW und ich suchte uns ein billigeres Hotel. Im neuen Hotel, ein Tip eines belgischen Paares, ebenfalls mit einer BMW unterwegs, die wir in Potosi trafen, assen wir zu Mittag. Am Nachmittag klapperten wir zu Fuss einige Pneuhaendler ab, wurden aber nicht richtig fuendig. Um 16 Uhr schauten wir peroenlich bei BMW vorbei. Der Herr mit Kravatte, von denen hat es dort etwa 2 pro m2, wollte uns die Rechnungen erklaeren und meinte, er beginne mit dem Problem des schwarzen Motorrades. Darauf wir:"Das schwarze hat kein Problem. Das Blaue hat das Problem" Er:"Nein, das Schwarze." Und zeigt auf die Rechnung (200US$). Phil:"Nein, das Blaue. Ich habe es ihnen heute morgen gezeigt, am Motorrad. Beim blauen die Kuehlung, beim schwarzen den Kuehlungschlauch zum Motor besser befestigen." Er:"Nein, sie sagten das Schwarze." Phil zeigt auf seine Notiz von gestern, wo er doch extra noch die Farbe aufgeschrieben hatte: "Nein, ganz sicher der Blaue!" Die Kravatte schaut verdutzt auf die Handnotiz von Phil, keine Ausreden mehr moeglich, packt die Rechnung und verlaesst uns Richtung Werkstatt, wo wir keinen Zutritt haben und auch auf Anfrage nicht bekommen. Nach 10 Minuten kommt er zurueck. Phil und ich total genervt und davon ueberzeugt, dass die den falschen Kuehler geflickt haben. Er: "Es ist nur ein Problem bzw. Fehler auf dem Papier. Wir aendern das noch." Wir schauen uns unglaeubig an. Wann koennen wir die Bikes holen? Morgen Mittag. Recht spaet fuer fertige Bikes. Die Kravatte versucht noch uns davon zu ueberzeugen, dass wir die Reparatur am Kuehler (das Auswechseln des Thermostats und anderen Kleinteilen) an meinem Bike auch machen sollten- reine Routine zur Sicherheit. Nun sind wir gaenzlich von deren Fehler ueberzeugt und teilen dies mit. Alles auf Spanisch versteht sich. Die Kravatte versichert uns darauf hin nochmals, es sei alles in Ordnung. Verunsichert und etwas genervt verlassen wir BMW, hatten noch den Betrag der Rechnung aufgeschrieben, damit dieser am naechsten Tag nicht ploetzlich hoeher ist.
Wir verbringen einen netten Abend zusammen mit dem belgischen Paar, fuer welches die Reise hier in Santiago zu ende ist. Seit 3 Monaten waren sie unterwegs von San Fransico aus. Wir tauschen unsere Highlights, unsere Dows und ueberhaupt unsere Erlebnise aus, lachten viel und so kam ich wenigsten fuer wenige Stunden auf andere Gedanken. Wir verabredeten uns fuer den naechsten Abend zum gemeinsamen Kochen.
Am Dienstag 16.09.03 klapperten wir eine weitere Strasse Santiagos ab auf der Suche nach neuen Pneus. Diesmal fanden wir die richtige Strasse (Lira): ein Motorradshop nach dem anderen. Wir dealten nach mehreren Anlaeufen ein gutes Angebot fuer 4 neue Pneus (Pirelli MT 60) plus Montage fuer 220US$ aus. Mit dem Bus fuhren wir erneut zu BMW. Dort wurden uns nun 2 Rechnungen vorgelegt, die sich etwas anders zusammen setzten als die von gestern (das destilierte Wasser war nicht mehr 14 US$ sondern etwa 80 cent...) aber im Endbetrag wieder die 200US$ ausmachten. Die Bikes, beide warmgelaufen, besonders Phils und die ausgewechselten Teile in einem Saeckli. Soweit alles gut. Ihr koennt Euch vielleicht vorstellen, dass sowohl Phil wie auch ich die Fahrt zurueck in die Lira (ca 20km Stadtverkehr) die Augen eher auf das Display als auf der Strasse hielten. Doch es kam kein Laempli. Gut! Um 16 Uhr kamen wir mit geflickten Bikes, neuen Pneus und einem gnandenlos ueberzogenen Tagesbudget im Hotel an. Den Abend verbrachten wir erneut mit Elke und Danny, lachten viel und lernten so zwei wirklich sympatische, liebe Menschen kennen. Zwei mit einem aehnlichen Tempo wie wir!
Als wir am Mittwoch, 17.09.03 aus Santiago hinaus fuhren war ich ueberglucklich, dass alles so glatt lief. Man kann von einer Pechstraehne sprechen, die uns hier, seit wir in Chile sind, eingeholt hat.
Doch hatten wir tatsaechlich erst einen Platten, erst eine weitere Panne, erst einmal etwas Wichtiges irgendwo vergessen und erst das zweite Mal Pech bei einem Mech (das erste Mal in Seattle-teuer!). Es ist nur so, dass dies nicht schoen verteilt auf 5 Monate und zwei Bikes geschah, nein! Das meiste in einer Woche an einem Bike. So gesehen liegt unsere Pechstraehne im Rahmen- besonders wenn man bedenkt, wieviel Glueck wir dann immer hatten und doch alles so glimpflich ablief! Heute sitze ich jedenfalls wieder entspannt in einem Hotelzimmer, 400km suedlich von Santiago, in Chillan, und freue mich auf Chile II.
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