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jazz - Am Mittwoch, 22.10.03 verliessen wir mit dem Passagierschnellboot, einem Superkatamaran, den Hafen von Buenos Aires Richtung Montevideo, der Hauptstadt von Uruguay. Nur wenig Gepaeck hatten wir dabei, je ein Rucksaeckli und eine Reisetasche fuer beide. Keinen Helm und keine Motorradstiefel, keine Handschuhe, nur eine leichte Hose und T-Shirt! Herrlich! Die Strecke von 200km legte unser Schnellschiff in 2.5 h zurueck. Man rechne, wie schnell das Ding fuhr! Die Wasserwellen und vor allem der Wasserstaub der hinter dem Schiff auf das Meer hinaus brauste, versetzte die Skyline von Buenos Aires in ein ganz spezielles Licht. Auf dem Schiff wenig Passagiere. Einzelne Touristen und argentinische Oberschicht. Ich gebe zu, es war schon etwas protzig, mit einem solchen Hightechgefaehrt zu reisen. Aber es machte Spass! Bei schoenstem Sonnenuntergang kamen wir heil in Montevideo an. Am Hafen stiegen wir in den Gratisbus der Schiffsgesellschaft und liessen uns ins Zentrum chauffieren. Als wir ein Hotel erblickten, das unserem Standart entsprach (man entwickelt ja langsam ein Auge fuer solche Dinge), entstiegen wir dem Bus gerade als der Chauffeuer "Zentrum" rief. Das Hotel entpuppte sich als ein echtes Juwel: sauber, grosszuegig, mit Kabel TV, supersauber und guenstig. Einkaufszentrum und Geldautomat in Katzensprungnaehe. Tja, Leute. An dem Abend stiessen wir mit Bier auf gelungenes Organisieren und Abwickeln des Transportes nach Kapstadt und auf kommende 40 Stunden Busfahrt an. Erleichtert, das alles so gut geklappt hat und gwunderig auf das was kommen mag, schlief ich ein.
Den Donnerstag, 23.10.03 verbrachten Phil und ich dann auf der Strasse. Als erstes kauften wir unser Busticket fuer den Nachtbus nach Porto Alegre, Brasilien. Abfahrt 21 Uhr. Viel Zeit also fuer die Strassen von Montevideo. Ich glaube, wir klapperten sie alle ab ;-) . Eine lebhafte Stadt, lauter als Buenos Aires. An jeder Ecke bekommst Du Flyers, die dann an der naechsten Ecke am Boden liegen. Es wurde ein langer Tag. Und so sehr mir die Stadt mit ihren schoenen grossen Haeusern, dem Plaza und den engen Fussgaengerpassagen auch gefiel, so war ich doch froh, als ich um 21 Uhr in den Bus nach Porto Alegre steigen konnte. Busreisen kann ja richtig luxurios sein! In dem Bus mit Liegesitzen, TV, WC, z'Nacht und Fruehstueck sowie Kissen und Decke und einem netten Busbegleter liessen sich die 13 h und ueber 800km gut aushalten! Von der Landschaft und ueberhaupt von Land und Leuten bekommst Du aber im Bus im Vergleich zum Motorrad natuerlich gar nichts mit- bei Nacht sowieso nicht!
Porto Alegre: 1.3 Mio Einwohner, 30 Grad am Schatten und 10 Stunden Aufenthalt warteten hier auf uns. Wieder auf der Strasse, auf allen Plaetzen... sollen wir aus lauter Langeweile noch in ein Museum? Nein, soweit kam es dann doch nicht. Dafuer waren wir Flippern, im Internet und haben uns einen Ring gekauft!!!! Vorsicht Leute, vor allem Familie: Jetzt nur nicht ins Traeumen geraten! Wir kauften die Silberringe aus ganz praktischen Gruenden: wir kommen in weniger Schwierigkeiten (besonders ich als Frau), wenn ich sagen und vor allem zeigen kann, dass ich verheiratet bin. Phil und ich versprechen uns vor allem in Afrika so einigen Missverstaendnissen ausweichen zu koennen. Porto Alegre hat Phil und mich stark an Zentralamerika erinnert. Das Klima aber auch die Atmosphaere auf den Strassen hier gleicht dem Erlebten in Zentralamerika und Mexico: viele Marktstaende, viele Menschen, bunte Kleidung und ueberall wird gerufen und auf sich audmerkasam gemacht. Porto Alegre lebt und man spuehrt die 1.3 Mio Einwohner deutlich!
Die Uebernachtfahrt von Porto Alegre Brasilien nach Foz do Iguacu, Brasilien (980km) war um einiges unangenehmer als die zuvor: kein TV, nichts zu essen, enge Liegesitze und einen Schnarchler eine Reihe hinter uns. Irgendwie wurde es Morgen und wir kamen muede am Busbahnhof an. Jetzt noch mit dem Lokalbus in die City und noch ein Hotel suchen. Es herrschen 35 Grad und das Klima erinnert nun stark an Zentralamerika- schoen tropisch feucht. Im Hotel duschen wir erst mal ausgiebig und ruhen uns aus. Dann geht es mit dem Lokalbus an die Wasserfaelle. Am Eingang ein absolut neu gebautes Touristen Empfangsgebaeude. Es geht mit dem Doppelstockcabriobus durch tropisches Gewaelde Richtung Wasserfaelle. Unterwegs stoppen wir am Safaritor (von hier kann man sich mit umgebauten Sattelschleppern in 20er Gruppen durch den tropischen Regenwald kutschieren lassen). Etwas weiter vorne dann ein Halt beim Hotel und schliesslich beim Parkplatz, von wo der Weg zu den Wasserfaellen los geht. Wir werden einmal noch von einer jungen Frau angesprochen, ob wir den nicht an einer Adventur-tour teilnehmen moechten (Klettern im Wasserfall oder so), dann hat der ganze touristische Zirkus sein Ende und wir begeben uns zu Fuss dem Wandersteg entlag Richtung Wasserfaelle. Plotzlich sind sie vor uns! Der Fluss brescht mit ueber 200 Wasserfaellen ueber 2-3 Terassen etwa 60 Meter in die Tiefe. Auf schoen am Schatten angelegten Wanderwegen gelangten wir bis auf die unterste der Terassen, sahen unterwegs Riesenechsen (so gross wie Katzen) und Spinnen jeglicher Groessen, wunderschoene Schmetterlinge und grosse Greifvoegel. Ein unbeschreibliches Gefuehl ueberkam mich, als ich diesen Naturgewalten gegenueber stand! Mit dem Bus ging es zurueck in die Stadt. Einkaufen, Busticket nach Buenos Aires kaufen und dann ins Hotel. 2 Tage und 2 Naechte auf Achse sein, die ploetzliche tropische Hitze und all die Eindruecke, das schlaucht. Waehrend der ganzen Nacht herrscht ein Gewitter, wie ich es noch nie erlebt habe! Unzaehlige Blitze erleuchten die Nacht, Donnerrollen und starker Regen. Bei offenem Fenster lassen wir diese Wettermusik unsere Traeume begleiten und begruessen die abgekuehlte Luft die ins Zimmer schleicht mit Freude. Nach diesem 2 taegigen Aufenthalt gings dann die 1800km zurueck direkt nach Buenos Aires mit einem Bus der Extra Luxusklasse (18h, 30US$): Riesensessel die sich bis in die Liegeposition verstellen lassen, Du hast WC, TV, Nachtessen in einem Restaurant, Kissen und Decke sowie Fruehstueck und Getraenke inkl. Die Fahrt war superruhig und ich kann sagen, dass ich in Buenos Aires erholter ankam, als nach mancher Nacht in einem Hotel war! Wir haben nun noch 3 Tage in dieser Stadt (ich gebe zu, 1 Tag wuerde genuegen...), die wir mit Citytouring und Internet verbringen, bevor wir dann am 29.10.03 nach Kapstadt fliegen, endlich!
Ueber 6 Monate verbrachte ich nun im grossen Amerika. Es war - was soll ich sagen! Lest all meine Texte und versucht selbst, das alles in einen Satz zu packen... . Ich werde jedenfalls gut gelaunt, gesundheitlich ok und mit einem Gluecksgefuehl im Bauch ueber das Erlebte und viel Neugierde auf das was kommt am 29.10.03 in den Flieger nach Kapstadt steigen. Afrika, wir kommen- mit dem Motorrad!
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