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phil - Auf der Reise sind wir immer wieder ueberrascht, was es wo zu kaufen gibt, wobei uns schweizer oder mindestens europaeische Marken, Werbung sei Dank, besonders auffallen. Der Fahrzeugmarkt, sowie die Elektroniksparte werden in diesem Bericht ausgeklammert, da zum einen durch andere Berichte abgedeckt, und mit dem anderen hatten wir nichts zu tun.
Welches sind denn die Global Players dieser Welt? Was folgt ist keine abschliessende Aufzaehlung aller Firmen, sondern widerspiegelt auch ein wenig uns, der Mensch definiert durch sein Konsumverhalten. Charakteristisch fuer unsere Reise beginne ich die Aufzaehlung mit den Tankstellen. Zwei Firmen sind uns speziell aufgefallen: Shell und BP. Sie gibt es ueberall, in allen Laendern, wenn der Kraftstoffverkauf nicht gerade staatlich ist. Ebenfalls erstaunlich verbreitet ist Esso, die es in der Schweiz nicht so oft gibt, sowie Texaco in den amerikanisch beeinflussten Gebieten, i.e. Zentralamerika etc. und Total, diese mehr nach Schachbrettmuster. Sie alle verfolgen ein weltweites Konzept, sie sehen immer gleich aus, die Merkmakle sind die selben. Die Namen der Shops sind einheitlich, wenn gleich das Angebot variiert. BP hat vollstaendig auf das neue Logo umgestellt und Essos Tiger verspricht Power. Nicht einheitlich sind die unterschiedlichen Benzine, die verkauft werden. Bunt gefaerbt (gegen illegale Importe) ist der Treibstoff von 84er ROZ verbleit bis 97.5 ROZ unverbleit alles, je nach Land und deren Gewohnheiten.
Die Tankstellenshops selbst sind gute Orte, sich einen Ueberblick ueber das internationale Angebot zu machen. Naturgemaess befinden sie sich am Puls des Vertriebsnetzes und all die Reisenden sorgen fuer die noetige Nachfrage.
Es gibt nicht viele Marken, die derart verbreitet sind wie die erwaehnten Oelmultis. Einige sind es nach unserem Empfinden nach schon, eine kleine Aufzaehlung. Unbestrittene Nummer eins ist Coca Cola mit ihrem gleichnamigen Hauptprodukt. Das Getraenk ist wahrer Kult und verkoerpert gerade in aermeren Laendern noch viel mehr als ein Suessgetraenk, das den Durst loeschen kann. Natuerlich vertreibt der Grosskonzern mit seiner Cash Cow auch noch das uebrige Geschmacksangebot namens Fanta, Sprite etc. Die Konkurrenz Pepsi schlaeft nicht und kaempft, regional teilweise erfolgreich mit Pepsi, Pepsi Twist (Pepsi mit Zitronengeschmack) und 7up gegen die Uebermacht an. Wirklich ueberrascht hat mich Red Bull. Das oesterreichische Energiegetraenk ist enorm verbreitet und findet sich in den Gestellen Guatemalas ebenso wie an den Strassenkiosken Boliviens oder an den Minimaerkten Zambias. Verwundert hat mich zudem, dass die kurz vor unserer Abreise in der Schweiz eingefuehrte Light Version fast genauso stark vertreten ist und das auch an Orten, an denen ansonsten keine solche Variationen zu finden sind.
In den Regalen mit Alkohol haben wir uns nun nicht vertieft umgesehen, das oberflaechliche Betrachten ergab doch schon ein Bild. So haben beispielsweise Biere rund um die Welt deutsche Namen, auch wenn sie lokal hergestellt wurden. Heineken und Budweiser sind die internationalen Brands, die in praktisch jeder Safari Lodge zu haben sind. Weine moegen wir zwar, die paar mal, an denen wir einen gekauft haben achteten wir auf die Merkmale lokal und billig. Bei den schaerferen Sachen sieht die Welt gleich wieder bekannter aus. Nebst oertlichen Likoerspezialitaeten, die jedes Land zu bieten hat, gibts auch am verlassensten Kaff Baileys und Kaluha, Fusel wie Bacardi und Jack Daniels, billige Gins (wobei der sehr feine Bombays Gin in der blauen, eckigen Flasche in Amerika und Afrika zu haben ist) und Killervodkas, Absolut und Smirnoff an den teueren Plaetzen, unaussprechliche Namen in zwielichtigen Quartieren. Alkohol ist mal restriktiv teuer, mal unvernuenftig guenstig, abhaengig von der Steuerpolitik eines Landes.
Und wenn wir schon bei den begehrten Stoffen sind, Marlboro scheinen die einzigen zu sein, deren Label weltweit verbreitet ist. Lipton Teebeutel befriedigen die Teein-Junkies, Koffeinaufwacher koennen sich auf Nescafe im Fertigbeutel verlassen und Schokoladetroester geniessen ueber alle Breitengrade die unvergleichlich gute Toblerone.
Die Weltnahrungskonzerne wie Nestle, Kraft Foods und Philip Morris faerben die Staende in bekanntem Couleur. Knorr Suppen sind ebenso dominierend wie Maggi Bouillon Wuerfel. Heinz Ketchup, Del Monte Fruchtsalat und Ananasbuechsen, Hellmanns Mayo, Kelloggs Cornflakes, Milkas lila Traeume, Pringles Kartoffelchips, Nestle Milchpulver und Yoghurte, Nutella Brotaufstrich, Hero Buechsenfutter fuer Erwachsene und Babys, dazu ein Schuss Tabasco. Zum Dessert gibts weltumspannend Magnum Glace oder eines dieser mit dem geschwungenem Herz als Logo, welches in jedem Land anders heisst, doch schlussendlich immer von Nestle ist. Kit Kat, MilkyWay und m&ms gibts immer und heissen auch so, andere bekannte Riegel wechseln Packungsdesign und Namen. Wer nun noch Lust auf Kaese hat, der hat in der Regel die Auswahl zwischen etwas, das als Gouda, Emmentaler, Tilsiter, Feta oder Parmesan angeschrieben ist - ohne Gewaehr auf Authentizitaet. Weichkaeseliebhaber erfreuen sich ab einem Schnitz "La Vache Qui Rit".
Helfen nun weder Trident noch Wrigleys Spaermint gegen saures Aufstossen, versagen auch Halls und TicTac, so greifen sie in den Amerikas zu einer chemischen Keule von Bayer.
Kochen sie nicht selbst, so gehen sie nicht ueberall zu McDonalds. Wenn, dann schon eher zu KFC, aber auch diese nicht wirklich lueckenlos. Dafuer koennen sie in wirklich allen Laendern fritiertes Zeugs, meist Pommes und Huehnchen, in Wassernaehe auch mal Fisch, oder eine gefuellte Teigtasche an jeder zweiten Strassenecke kaufen. En Guete.
Genug gegessen, auf folgende Non- Food- Produkte des taeglichen Lebens muessen sie nirgends verzichten: Duracell und Energizer Batterien, Gillette Rasierklingen, Nivea Cremen, Deos und Lotionen, Fuji Filme und Kodakprodukte, Colgate Zahnpasta und -buersten, Labella Lippenpomade, Bata Schuhe, BIC Kugelschreiber und Feuerzeuge. Beachboys und -girls muessen nicht verzichten auf trendy Weltmarken wie Quicksilver, Nike, Adidas, alles transportiert in einem Jahn Sport Rucksack.
Swatch Uhren und Victorinox Messer gibts nicht nur im Duty Free eines Flughafens, genauso wie Oakley Sonnenbrillen.
Lokale Phaenomene, oder besser Gewohnheiten, haben uns natuerlich genauso fasziniert, wie die Beobachtung des Weltmarktes. Stimorol Kaugummi sind in der Schweiz der Inbegriff amerikanischer Lebensart, dort aber gar nicht zu kaufen. Dafuer gibt es sie wieder in Afrika, in Tanzania genauso wie in Suedafrika. Verwundert hat uns auch die argentinische Eigenart, dass dort Light- Suppen (von Knorr) verkauft werden, und zwar in Massen. Nun weiss ich natuerlich nicht, wieviel Suppe ein durchschnittlicher Argentinier pro Tag zu sich nimmt, es muss in die Liter gehen. Das geschnittene Toastbrot dazu heisst ab Mexico Bimbo, dunkel oder weiss, mit einem knuddligen Baeren mit Kochmuetze als Maskottchen. Bimbo fuer Toastbrot hat sich in Jasmins und meiner Umgangssprache seither verankert.
Verwirrend fuer europaeische Ohren die Ladenkette GNC in den USA, General Nutrition Centre. Fuer uns, die auch T-Shirts mit noch so doofen Aufdrucken, Hauptsache englisch, tragen, klingt das ganz toll und irgendwie gesund. Bei GNC kann man sich tatsaechlich ausgeglichen ernaehren und zwar ausschliesslich mit Pillen, Pulvern und Brausetabletten.
Weltweit hat sich durchgesetzt, mit einigen Ausnahmen in Suedamerika, dass auf der Packungsrueckseite Inhaltsstoffe und Naehrwerte angegeben werden. In den USA - sorry, aber im Vergleich zu anderen Regionen gibts da halt auch alles und ich wuenschte mir in Afrika taeglich fuenf mal auch nur einen Bruchteil dieses Angebotes - werden zudem immer Serving Sizes angegeben, also die empfohlene Menge, die zu sich genommen werden soll. Diese sind nicht immer ganz logisch oder realistisch. Steht beispielsweise auf der Packung eines Blueberry Muffins 1.4 Serving Sizes, so bezweifle ich, dass der staatlich ausgebildete Amerikaner versteht, dass er, wenn er fuenf Muffins kauft, sich diese Menge auf sieben Tage aufteilen soll. Gerechterweise moechte ich auch erwaehnen, dass wir in den vereinigten Staaten immer und ueberall ein ganz tolles, breites und frisches Angebot an Gemuese und Fruechten vor fanden, zu absolut angemessenen Preisen.
Sonyge Gruesse aus Kenya!
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