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jazz und phil - Was haben wir? Einen Topf. Was gibt es? Eintopf. In diesem Bericht versuchen wir, Euch einen Einblick in das zu geben, was wir auf Reisen essen.
Was ueber die ganze Reise bis heute gleich blieb ist das Fruehstueck. Mehr oder weniger gleich. So gab es in den USA, Mexiko und weiten Teilen Zentralamerikas Cola Light fuer Phil. Ansonsten Wasser, wie fuer Jazz immer. Mal aus der Petflasche, manchmal mit Chlortabletten behandeltes Hahnenwasser und ganz selten mussten wir das Wasser erst abkochen (am Vorabend). In den Anden Suedamerikas machten wir uns manchmal die Muehe, den Kocher auch zum Fruehstueck anzuwerfen um uns bei einer Tasse The aufwaermen zu koennen. Fast immer auf dem Fruehstueckstisch, der in Mexiko, Zentralamerika und Suedamerika immer, in den USA meist und in Afrika selten die Bettdecke in einem Hotelzimmer war und ansonsten immer der Schlafsack im Zelt, fast immer fanden sich auf unserem Fruehstueckstisch Bananen. Mit Abstand die besten in Zentralamerika! Und natuerlich Brot. Waehrend wir in den USA noch viel Zeit und Geld aufwendeten (mit Erfolg) um etwas anderes zu finden als Toast in all seinen Variationen, so mussten wir ab Mexiko klein beigeben und kauften oft unser Bimbo. So heisst die Marke Toast, die wir in Mexico lieb gewannen und die uns durch fast den ganzen Rest Amerikas begleitete. Eine Ausnahme war San Jose, Costa Rica, wo wir eine super Baeckerei fanden und Argentinien, dort fanden sich ebenfalls zahlreiche Panaderias mit guter Auswahl an frischem, dunklem Brot. In Afrika essen wir oft weissen Toast; ausser in den Hauptstaedten (Cape Town, Nairobi und Addis Ababa) wo wir jeweils dunklen Toast oder gar frisches Brot fanden. Meisst machten eine Handvoll Erdnuessli oder 2-3 Bisquits das Fruehstueck komplett und der Energieschub reichte so in der Regel bis zum Mittagessen. Es folgten 4-5 h Toefffahrt mit Bisquithalt in Afrika, Bananenstop in Zentralamerika, Schoggiriegel oder Erdnuesslienergiezufuhr im kalten Patagonien und in den Anden Boliviens sowie im Schneesturm in Lake Tahoe (Californien). Nicht zu vergessen die Wasseraufnahme: je nach Hitze zwischen 2dl und 2L pro Person in den ersten 5 Stunden des Tages.
In den USA kochten wir meisst ueber Mittag, der Kaelte wegen. Genau so in Mexiko, aus lauter Gewohnheit. Ebenso in den Anden Sudamerikas und in Patagonien, wieder vor allem wegen der Kaelte. Schnelle Gerichte waren angesagt, je nach Nahrungsangebot und dessen Transportfaehigkeit. So gab es Teigwaren (ausser den Spagetti praktisch in allen Formen), meist mit Gemuese (Blumenkohl, Karotten und Zucchetti: geht nicht kaputt, wenns ruettelt, riecht nicht all zu intensiv in den Boxen und ist schnell geruestet). In Zentralamerika und Afrika dann kaltes Z'Mittag. Wobei in Zentralamerika die Banane, Buechsenfutter (Mais, Thon und Erbsen) nebst dem erwaehnten Brotangebot hoch im Kurs standen. In Suedamerika, wenns mal kaltes Mittagessen gab, mussten wir auf unsere Maisbuechsen verzichten. Die gibt es da nicht. Mais kauft man in Suedamerika entweder frisch am Kolben oder die Koerner tiefgefrohren! So blieben das Brot, der Thon und die Erbsen aus der Buechse und meist eine Gurke und Karotten (roh, frisch und knackig und natuerlich geschaehlt!). In Afrika mussten wir beim kalten Z'Mittag oft etwas improvisieren, das Nahrungsangebot war einfach sehr klein. Hier entdeckten wir die Zwiebel und das Ei (Ei, trasportiert gekocht im Schlafsack, unsere einzige Eiweisszufuhr neben den Bohnen, da kein Fleisch, kein Fisch, keine Milchprodukte erhaeltlich). So gab es weisse Bohnen an einer Tomatensauce aus der Buechse, selten Erbsen aus der Dose, erwaehnten Weisstoast, oft mit kaltem Tomatenpurre aus der Dose und eine Zwiebel frisch gehackt oben darauf. Selten Bananen, noch seltener einen Apfel. Oft beim kalten Z'Mittag ueberall auf unserer Reise zum Abschluss eine Handvoll Erdnuessli oder einige Bisquits, damits mit dem Energiegehalt wieder hinkommt. Und natuerlich Wasser.
Durch die langen Stunden des Nachmittags futterten wir oft gar nichts oder griffen je nach Anstrengung, Hitze oder Kaelte nochmals in den Nuesslisack, die Bisquitpackung oder aber tranken Literweise Wasser nach und Tassenweise heissen The und Schoggimilch zum aufwaermen.
Das Nachtessen kochten wir auf der ganzen Reise immer und ueberall. Mal in Duschen von Hotels, mal auf deren Balkonen, in Hauseingaengen, auf Parkplaetzen, Zeltplaetzen- eben ueberall. Da wir meistens spaetestens gegen 15 Uhr am Zielort ankamen (nach 5-7 h Fahrt), konnten wir kurz nach Ankunft Einkaufen gehen und 1. alles fuer den Z'Nacht und 2. Vorrat fuer die naechsten 20h besorgen. Das Nachtessen fiel oft etwas aufwendiger und luxurioeser aus als das Mittagessen. Denn die Lebensmittel mussten weder gut transportfaehig, noch kompackt und leicht sein. Sie durften stark riechen (Lauch) und aufwendig zum Ruesten sein (Roeslikohl). Vor allem in den USA war das Z'Nacht oft ein Gaumenschmaus im Vergleich zur restlichen Reise. Vor allem deshalb, weil wir hier einfach alles, alles bekamen. Gemuese, Salat ohne Bakterien und Wuermer, Salatsaucen, alles an Buechsen, Pasta und Saucen. Milchprodukte, Fleisch, Cola Light in 2L Flaschen und Trinkwasser iin Galonen; es war herrlich. Dies alles bequem in einem grossen Warenhaus mit Waegli, angeschriebenen Preisen und bis zu 50 Kassen. In Mexiko und Zentralamerika blieb sich das Nachtessen vom Angebot her ziemlich gleich, war aber im Einkauf sehr viel zeitaufwendiger: alles in einzelnen, kleinen Shops oder am Markt und immer mussten oder durften wir erst um den Preis maerten. Dafuer gab es in diesem Gebiet unserer Reise oft noch eine feine Mango, frische Orange, Kiwi oder einen feinen Apfel zum Dessert. Mhhm fein! Der Z'Nacht in Suedamerika (Ausnahme Chile und Argentinien: Angebot und Qualitaet fast wie in den USA- unsere Salatinseln in Suedamerika!) dann oft schon viel einfacher von der Auswahl her. Die kleinen Shops fast gaenzlich von Markt abgeloest und dort weniger Gemuese und Fruechte als gewohnt, dafuer eine ueberwaeltigende Auswahl an Kartoffeln und anderen Knollenfruechten. Das exotischste an diesen Maerkten waren Phil und ich mit unserer weissen Haut und unseren hellen Haaren! In Afrika dann, naja. Kapstadt ist die grosse Ausnahme (ist ja auch nicht wirklich Afrika hier) mit Einkauszhaeusern, wo man alles bekommt; zu horenden Preisen allerdings und gerade Frisches oft sehr fade im Geschmack. Im Rest Afrikas (Namibia, Zambia, Tanzania, Kenya, Ethiopien) gab es nie viel zu kaufen. Zeit haetten wir viel gehabt und auch das Maerten langsam im Griff (nur mit dem Suwaheli taten wir uns etwas schwehr). Aber eben, das Angebot knapp in Auswahl und nicht selten auch in der Menge. Tomaten, Zwiebeln, Reis; das bekommt man fast ueberall. Brot ist Glueckssache, Trinkwasser oft mit langem Suchen verbunden und Eier sowie Buechsenfutter (Erbsen, Mais, Tomatenpurre und weisse Bohnen an Tomatensauce- anderes gibts nicht) ein Volltreffer. Bananen, Mangos und Ananas gibt es je nach Gegend massenhaft oder gar nicht (nur dort wo es waechst, Handel scheint es nicht zu geben) und genau so verhaelt es sich mit anderem Gemuese wie Zucchetti, Blumenkohl, Karotten, Knobli, Bohnen und Kohl. In den Haupstaedten ist die Auswahl und Menge des Angebotes oft besser. Doch nicht in grossen Einkaufszentren, nein. Am Markt, der hier etwas groesser ist als auf dem Land, und in den kleinen Shops, die hier etwas groesser und zahlreicher sind, als auf dem Land. Bisquits und Erdnuessli erwiesen sich spaetestens ab Afrika als echte Lebensretter- jetzt also auch noch zum Z'Nacht. Auf Cola Light verzichtete Phil uebrigens seit weiten Teilen Suedamerikas und hatte in Afrika bis heute erst etwa an 4 Orten das Vergnuegen!
Doch was blieb sich bei der ganzen Kocherei, egal in welchem Land zu welcher Mahlzeit, gleich? Der Eintopf. Jawohl. Gabs Gemuese mit Reis, kam von Anfang an alles in den selben Topf und wurde im Salz- oder (Luxus von den USA) Bouillonwasser zusammen gekocht. Gab es Gemuese mit Pasta, dann wurden die Pasta dem Gemuese spaeter zugegeben. Gab es Kartoffeln mit Gemuese, wurden die Kartoffeln vor dem Gemuese angekocht. Je nach Mittagessen und Lokalitaet noch eine Zwiebel dazu, eine Buechse Tomatenpurre oder andere Sauce (USA) dazu oder am Schluss noch ein Ei reinschlagen und gut mitkochen (Afrika). Gewuerzt haben wir immer mit Salz und Pfeffer. Andere Gewuerze haben uns phasenweise und je nach Landesspezialitaet begleitet: Ketschup, Knoblauchsalz und Reibkaese in den USA, Curry ab Mexiko, durch Zentralaemerika und Chile und Aromat seit Afrika.
Natuerlich gab es an einigen Orten unserer Reise weitaus mehr zu kaufen, als oben genannt (lest Phils Bericht "Reise durch die Produktpalette"). Aber dies zu Preisen, wir waeren laengst Pleite! So haetten wir zum Beispiel in der Zona Sur von La Paz, Bolivien Barilla Teigwaren fuer 7 US$ oder 100gr Parmesan fuer ueber 6 US$ kaufen koennen (In Bolivien schlaeft und lebt man locker 1 Woche mit 13 US$). Und natuerlich gab es auch die Schnaeppchen, die Gluecksmomente, wenn wir zum Beispiel in Nairobi Milchprodukte, in Chile Reibkaese oder in Dar es Saalam Pepsi Light aus Saudi Arabien oder in Kapstadt Bretzel aus Israel zu erschwinglichen Preisen erwerben konnten. Oder die feinen Knorrsuppen, die uns in Patagonien die Kaelte vertrieben. Oder als wir etwas noerdlich der Grenze Kenya/Ethiopien auf zwei Basler in einem Defender trafen, die uns ihre 3 letzten, original, feinen Baslerlaeckerli vermachten! Muchos Gracias!
Auswaerts Essen? In den USA oefters zum Z'Nacht in den Pizzahut wegen des Salatbuffets oder in Truck Stop Restaurants, wenn wir viel Hunger hatten. In den Metropolen Zentralamerikas, in Chile und Argentinien genossen wir manchmal ueber Mittag den feinen Salat von Mc Donalds. Doch so richtig Auswaerts Essen mit allem drum und dran? In den USA, wie gesagt und in Mexiko, genau einmal. Das hat uns dann aber fuer lange Zeit "geheilt" und das Ausgehen laesst sich seit da bis heute an einer Hand abzaehlen. Wenn Sie jetzt denken, dass uns so aber doch sicher jede Menge lokaer Spezilaitaeten entgehen, dann moechten wir gleich etwas ausholen: Wir kaufen am Markt. Das heisst, wir kaufen das selbe wie die Einheimischen, fragen nach der Zubereitung und machen diese dann selbst. So lernen wir viel Neues, Einheimisches kennen. Doch geniessen wir, zu wissen wie es gekocht wurde und was genau gekocht wurde. Mit der einheimischen Kueche und vor allem deren Zubereitung halten wir es so: nicht ignorieren, doch belassen wir es beim Degustieren. Von Ceviche in Peru (kaltes Fischgericht) bis Injera in Ethiopien (saures, schwammartiges Fladenbrot. Dem Teig wird Hefe beigefuegt. Den Teig dann an der Luft stehen lassen, damit er seine Saeure entwickeln kann, dann auf dem offenen Feuer backen. Zu essen wie Styropor, nur klebriger) alles. Wir hatten Bambussaft in Panama, lustige Sternenfruechte in Nicargua und vieles mehr. Wenn man so lange unterwegs ist wie wir, ist das richtige, gute und gesunde Essen ein Hauptfaktor zum Gelingen der Reise. Oefters kaufen wir nicht was fein ist, worauf wir Lust haetten, sondern das, was es gibt- und glaubt mir, es ist am Ende immer fein!
Und wie ist das mit dem Alkohol? Wir feiern Etappenziele wie San Fransico (Staaten durchquert), Vancouver (noerdl. Punkt), Costa Rica (wir leben noch), Quito (die Bikes sind aus dem Zoll raus), Anden Bolivien (es war kalt), Vincunia Chile (Weinthal und Jazz hatte Geburi), Santiago de Chile (Wiedersehen mit zwei lieben Belgiern), Ushuaia (suedl. Punkt), Cape Town (Welcome to Africa) und Addis Ababa (Welcome to real Africa!). Feiern heisst eine Flasche meist lokalen, auserwaehlten Rotwein, selten auch ein lokales Bier, genossen bei Kerzenlicht und einem Jass- oder Wuerfelspiel in trauter Zweisamkeit.
Konkrete Menuevorschlaege: Am einen Tag gibt es zum Mittagessen Reis mit Karottenringli. Zum Znacht Pasta mit Tomatenpuree. Als Abwechslung am naechsten Tag zum Mittag wieder Reis mit Karotten, diesmal aber in Staebchen geschnitten. Oder in Afrika, wo tagelang nur die Zwiebel als Frischbeilage zu erweben war. So gab es sie zu jedem Essen: kalt gekackt aufs Brot, in ganzen Stuecken mit Kartoffeln, in Ringen zu Reis und schliesslich in Schnitzen zu Reis. Anders geschnitten und neu im Geschmack! Oder auch ganz speziell: in Ethiopien, auf unsere 3 Tageetappe von Moyale nach Addis waren wir am 3. Morgen so ausgeschossen, wir assen kalten Reis vom Vorabend mit unserer letzten Banane darin zerhackt... Jazz's Favorit ist Reis mit Lauchringen oder Pasta mit Lauchstaebli. Mal im Salzwasser, mal in Bouillon gekocht. Phil's Tageshit ist Spiralenpasta mit Zucchettischeiben. Bevorzugt mit gut Pfeffer und einer Prise Reibkaese, wie damals in Chile... .
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