12.01.04 Khartoum - Aswan, Zug um Zug und zu Wasser  

 

jazz - Den ersten Teil dieses Reiseberichtes schreibe ich in der Kabine der Faehre. Jawohl, der Faehre, die uns und unsere Bikes nun endlich aus dem Sub-Sahara-Gebiet hinaus faehrt: die Grenze zu Egypten haben wir vor wenigen Minuten zu Wasser, begleitet von ohrenbetaeubendem Schiffsgehupe, ueberschritten! Es gab schon einige knifflige, schwierige Situationen, die wir auf unserer Reise zu bewaeltigen hatten. Doch so erleichtert, wie ich mich jetzt fuehle, so habe ich mich noch nach keiner dieser Strapazen gefuehlt! Es toent vielleicht komisch, sitze ich doch in einem alten Kahn auf hoher See, doch ich fuehle mich, als haette ich eine Insel erreicht; endlich!
Doch nun alles der Reihe nach...

Am Freitag, 2.1.04 standen wir ganz frueh auf, waren beim Zusammenpacken sehr schweigsam, nervoes und unsicher. Noch vor Sonnenaufgang fuhren wir auf den unbeleuchteten, holperigen Strassen Khartoums ueber den Nil in den Stadtteil Omdurman. Dort fanden wir eine Tankstelle, wo schon gearbeitet wurde. Wir tankten und fragten nach dem Weg nach Dongola, unserem Reiseziel diesen Tages: die erste Etappe der insgesammt 5 taegigen Fahrt, davon 4 durch die Sandwueste entlang dem Nil bis Wadi Halfa, dem Grenzort, wo wir die Faehre erwischen wollten, die jeweils am Mittwoch faehrt. Freundlich wurde uns die Himmelsrichtung genannt und wir hielten uns daran; alle 5-7 Mal, die wir nachfragten. Auch in Khartoum gibt es keine Strassenschilder. Irgendwann, die Sonne unterdessen tuechtig am einheizen, befanden wir uns am Stadtrand, die Richtung stimmte, die Strasse aber war die falsche. Die Einheimischen deuteten uns an, dass da schon eine Strasse sei. Wir fuhren, und fuhren und fuhren, waren unterdessen mitten in der Wueste, immer noch auf sowas wie einer Strasse und die Richtung stimmte auch und die Einheimischen, die wir immer wieder nach dem Weg fragten, jagten uns in diese Richtung.. Dann, ploetzlich ein Erdwall. 3 Meter hoch, mitten ueber die Strasse und endlos bis an den Horizont zu beiden Seiten: eingekesselt! Ich will es nicht zu genau beschreiben, irgendwie fehlen mir auch die Worte dafuer. Es war das schlimmste, was mir je passiert ist. Mit dem Helm auf kroch ich den hohen, steilen Huegel hoch, sah um mich herum nichts als Wueste und eben diesen Erdwall. Meine Knie fingen an zu zittern, es wurde mir kalt und heiss gleichzeitig, die Kraefte verliessen mich, ich wollte ich koennte mich in meine Wohnung, mein Bett biemen und sonst nichts. Ich ging zu Phil zurueck und erkannte sofort, dass es ihm noch schlechter ging. Mit den Nerven am Ende, die Haut zu duenn von dem vielen Erlebten und die Kraefte verbraucht sassen wir da, heulten, krampften, troesteten und machten Mut, so gut es eben ging. Es war klar, dass wir umkehren und den Zug nehmen wuerden. Obwohl die Entscheidung die einzig moegliche war, war sie hart zu nehmen. Es faellt und beiden viel schwerer, zu entschieden, etwas abzubrechen, als etwas neues anzufangen. Doch es ging nicht anders. Koerper, Geist und Seele und auch die Bikes waren zu schwach, um diese Etappen zu fahren.
Also kehrten wir um, fuhren der Linie im GPS entlang zurueck ins Zentrum, dort aber in ein anderes Hotel. Doch wer jetzt denkt, dass wir uns nun gehen lassen konnten, uns tuechtig ausruhen konnten, das Hotel geniessen (Hotel heisst in Khartoum viel Geld fuer nichts: das Zimmer hatte 2 wackelige Betten, einen TV mit einem arabischem Sender und eine Toilette, wo weder die Spuehlung, noch das heisse Wasser funktionierte und wir die Tür mit einer Schnur am Türgriff quer durchs Zimmer an eien Haken an der Wand anbinden mussten, damit sie zu hält und es nicht überall so richt, wie .. Und geputzt wurde die ganzen 3 Tage nicht), der hat weit gefehlt. Wir hatten 3 Tage Zeit, Ticktes fuer den Zug und die Fahere zu organisieren- und diese 3 Tage brauchten wir auch.
Sobald wir uns im Hotel eingerichtet hatten machten wir uns bei fast 40 Grad am Schatten zu Fuss auf den Weg durch Khartoum. Ich glaube, weder Phil noch ich wussten in diesem Moment, wo wir anfangen sollten.. . An einem Kiosk fragten wir mit Hand und Fuss Englisch nach einer Agentur, wo Mann Englisch spricht. Da wandte sich uns ein alter Mann zu, ein Taxifahrer und dieser Engel sollte sich die naechsten 3 Tage kaum mehr von unserer Seite bewegen.
Er konnte beinahe perfekt Englisch und war unsere absolute Rettung in der Not. So begleitete er uns an den Bahnhof, doch da Freitag war (muslimischer Sonntag) war nichts zu machen. Wir verabredeten uns fuer Samstag auf halb 8. Und wisst ihr was? Um 7.20 Uhr erhielten wir seinen Anruf von der Reception unten: "Shall we go to the trainstation?" Ich sage Euch zu Hause: wirklich der erste Mensch seit fast ganz Afrika, der die Uhr zu kennen scheint und sich sogar daran haelt. Wir waren sowas von erleichtert, ihn bei uns zu haben! Ich will es grob zusammen fassen, was die naechsten 2 Tage alles geschah: insgesammt 4 mal fuhren wir an den Bahnhof, bis wir die Tickets hatten fuer den Zug (Personen und Bikes) und fuer die Faehre (Personen; Biketickets nicht hier erhaeltlich). Zwischendurch mussten wir uns noch auf dem Alienscheckpoint der Stadt registrieren lassen. Auch da half uns der Taximann. Er verhandelte Preise, fragte nach Uhrzeiten, uebersetzte uns die wichtigen Daten auf den vielen Papieren in eine fuer uns lesbare Schrift- er war Gold wert. Er begleitete uns am Montag an den Gueterbahnhof, wo Phil die Bikes (ohne Rampe) in den Wagon zauberte, er fuhr uns zurueck ins Hotel und machte immer von sich aus den Vorschlag, wie es nun weitergehen soll. Auch am Dienstag, als es das Hotel nicht geschafft hatte, uns unser Fruehstueck zu machen (obwohl am Abend voher bestellt und morgens um 5.30 Uhr nochmals telefonisch nachgedoppelt: nur damit das klar ist: fuer dieses Hotel zahlten wir 35 US$ pro Nacht, 10% des BIP pro Jahr eines Sudanesen und nicht 4 US$, wie in Ethiopien fuer das selbe!), egal, unser Mann stand jedenfalls seine ueblichen 10 Minuten zu frueh mit dem Taxi vor dem Hotel. Puenktlich um 7 Uhr verabschiedeten wir uns von ihm, schenkten ihm unser Schweizer Taschenmesser, alles Benzin, das wir ja noch tankten und fuer den Transport natuerlich wieder ablassen mussten und zahlten einen angemessenen Engelspreis fuer seine Hilfe.

Am Montag, 5.1.04, puenktlich um halb neun ratterte unser Zug aus Khartoum heraus. Es schwankte, ruettelte und schuettelte ganz schoen fest und meine Gedanken flogen sofort aus dem 6er Abteil hinaus nach hinten zu unseren Bikes. Ich musste daran denken, wie sie dort, eingepfercht zwischen Metallsaecken, Matratzen und Bettgestellen standen- hoffentlich noch standen. Schon bald machte ich mit mir die Abmachung: "Jasmin, beruhige Dich. Du kannst nichts aendern. Entweder die Bikes schaffen es oder eben nicht. Im Endeffekt ist es nur Metall. Und das Wichtigste ist jetzt, dass wir beide, Phil und ich, gesund weiterkommen, nach Hause kommen.

Unser Kranksein in Gedaref hatte ich noch immer in den Knochen und noch besser im Gedaechtnis. Und auch unser Breakdown in Khartoum vom Freitag zwang mich, mich aufs Wesentliche zu konzentrieren: wir raus aus dem Sudan nach Egypten.
Doch bis dahin fehlten noch 36 Stunden Zugfahrt. Niemand konnte uns zu Beginn sagen, wie lange es dauern sollte. Die Angaben lauteten von 24h bis 50h. Diese Ungewissheit, dass niemand weiss wann, wo oder wie, die begleitet uns seit Zambia. Und ich glaube, sie ist es auch, die die meisten Nerven raubt. Ich mache mir staendig Gedanken, komme zu Fragen aber kaum zu Antworten. Organisieren und Planen unmoeglich. Also kauften wir viel Wasser und Brot und nahmen die Schlafsaecke mit ins Abteil. Dieses teilten wir mit einem alten Mann, wir nennen ihn Crack, da er alles wusste, immer zur richtigen Zeit am richtichtigen Ort anstand und immer zuerst oder zu vorderst war. Er kennt die Strecke Khartoum-Cairo wie seine Kitteltasche und hat im Sudan einen Bonus, da er alt ist und respektiert wird. Weiter war da ein Junger Mann (20), dessen Ziel seine Auswanderung nach Sydney war (er spricht kein Englisch), ein Familienvater (dessen Frau und Kinder natuerlich in einem anderen, mit Frauen und Kindern gefuellten Abteil sassen) der nach Schweden auswandern wollte. Und dann war da noch ein sympatischer Mann um die 40ig, der kein Englisch konnte (das konnte eh nur der Alte Mann) und von dem wir deshalb gar nichts wissen. Das Abteil, wohlbemerkt erste Klasse, war in einem jaemmerlichen Zustand: die Polster abgesessen, so dass wir auf den Metallstangen sassen, alles dreckig, alt und extrem staubig. Ein Fenster gabs; eine Metallplatte aussen und eine Holzplatte innen, beides mit Schnur und Schraube irgendwie am Rahmen befestigt. Im Abteil wurde laut diskutiert, wie im Zoo gefuttert (keine Geschirr oder Besteck, heftig ins Huhn beissen, Knochen an den Boden, mit dem Fuss noch schnell unter die Sitzreihe, unverdauliches ausspucken, zwischendurch Nase entleeren (ohne Nastuch), immer wieder schoen Kodern und an den Boden damit, Fruechte gierig aus den Schalen kafeln, Haende am Kittel waschen, Mund am Kopftuch....) irgendwie ja herrlich anzuschauen, doch das Zeugs am Boden beginnt irgendwann, bei gut 30 Grad in der Wueste am Tag, ganz schoen zu stinken...
Auf der Fahrt hatte ich viel Zeit, Khartoum und was ich dort erlebte nochmals an mir vorbei ziehen zu lassen. Da waren die Menschen, die, sobald der Bus kam, durch dessen Fenster einstiegen um sich einen Platz zu ergattern. Da waren die Fruechteverkaeufer, die uns mit jedem Tag, an dem wir wieder kamen, mehr Fruechte fuers selbe Geld gaben. Da waren all die Maenner auf den Strassen, die nichts anderes taten, als rumsitzen und palavern. Die Moscheen und ihre Lautsprecher etwa 6 mal taeglich (um 5.00 Uhr gehts los)...Ich sah fast keine Frauen, Kinder ab 5 Jahren auch nur noch die Knaben. Die Frauen leben versteckt in den Hinterhauesern..
Es war Dienstag, 6.1.04 etwa 21 Uhr als wir in Wadi Halfa ankamen. Es war stockfinster und alles was ich erkannte war, dass wir mitten in der Wueste waren, der Gueterzug nicht diese Nacht abgeladen wird und irgendwo am Horizont waren Lichter. Wieder war sie da, diese Ungewissheit. Total uebernaechtigt stehst Du in der Wueste. Dein ganzes Hab und Gut in einem Gueterwagon. Keiner sagt Dir, wann und wo entladen wird, wo ein Hotel ist, nichts. Keiner spricht Englisch. Du beobachtest, wartest und gehst ihnen einfach nach. Voellig im Ungewissen.
Alle stuermten in Richtung Lichter, wir standen weiterhin bloed am Bahnhof herum. Phil fand mit einfachsten Zeichnungen aber viel Mueh und Not heraus, dass der Zug erst morgen entladen wuerde. Abfahrtszeit der Faehre war uns aber noch immer absolut unbekannt. Als letzte machten auch wir uns auf den Weg Richtung Lichter. Zu Fuss, denn alle Eseltaxis waren laengst weg. Es windete stark, der Sand war ueberall, wo ihr nur denken koennt. Im Hotel eragtterten wir uns immerhin noch je eine Liege auf Sandboden unter Strohdach und verbrachten eine Vollmondnacht bei Sandsturm...
Am Mittwoch standen wir extrem frueh auf und wollten nur eines: unsere Bikes. Also zu Fuss durch die Wueste an den Bahnhof. Dort erstanden wir uns einen ersten Stempel fuer die Faehre; es sollten noch etwa 3 Stempel, 3 Tickets und viele Gebuehren folgen, bis wir defintiniv unser Personenticket hatten. Etwa 2 Stunden dauerte es, bis wir sie hatten, unsere Bikes. Wiederum ohne Rampe halfen uns diesmal einige Maenner mit beim Zaubern und wir stellten erleichter fest: kein Kratzer! Mit Sack und Pack ging es zurueck durch die Wueste ins Doerfli zur Polizei. Ganz zu meinem Stolz darf ich sagen, dass wir problemlos durch den Sand kamen. Toeffahren habe ich ja echt gelernt auf dieser Reise...
Beim Polizeiposten standen wir in einer langen Schlange an. Ich weiss nichtmal, fuer was. Es standen halt alle dort. Langsam aber sicher kannten wir die Gesichter von den Menschen vom Zug her. Und unser Crack stand auch in dieser Schlange, da wussten wir, dass wir richtig sind. Ploetzlich kam ein alter Mann zu uns hin. Er war traditionel gekleidet, stellte sich als Numibier namens Kamal vor und meinte er sei von der Grenze. Dann ging es ploetzlich ganz schnell. Er schleuste uns durch alle Polizeibueros ins Hinterzimmer, machte Radau, erhielt Stempel und Papiere und schon etwa 10 Minuten spaeter sassen wir mit ihm und allen Papieren und Stempeln bei einer Tasse Tee. Er erklaerte uns den weiteren Ablauf und er meinte noch, er wuerde am Hafen auf uns warten. Wir fuhren zurueck an den Bahnhof, wollten dort das Biketicket kaufen, hatten dann aber zuwenig Geld (wir rechneten mit etwa 50 US$ pro Bike; es kostete doppelt so viel), also zurueck ins Doerfli Dollars wechseln. Zurueck durch die Wueste an den Bahnhof und dann weiter an den Hafen. Wie schon im Sudan half auch hier mein muslimischer Name- wenn immer die Uniformen erfuhren, dass ich Jasmin heisse, wurde gelaechelt und geholfen. Und glaubt mir, halb Afrika hat erfahren, dass ich Jasmin heisse... . Kamal erwartete uns tatsaechlich und als alle Papiere erledigt waren, etwa 15 Uhr, kam die Durchsage, dass die Faehre wegen Sandsturm, Wind und Nebel auf dem Wasser nicht heute sondern morgen fahren wuerde. Ich sah zum Fenster raus und erkannte, dass es tatsaechlich stuermte. Den ganzen Tag schon meinte Kamal. Kann sein, habs nicht gemerkt. Nun gut, wieder raus mit den Bikes aus dem Gewuehl von Menschen, Waren und anderem, zurueck ins Doerfli, ins Hotel. Diesmal bekamen wir ein Zimmer, das heisst mit Sandboden Strohdach, aber diesmal mit Waenden. Am Markt kauften wir ein und neben dem Preishandeln und rechnen dort ueberflog ich die Anzahl Tage, die ich schon nicht mehr geduscht hatte, immer noch den selben BH trug und diesen dazwischen auch nie auszog. Ich kam auf 4- und es sollten noch 2 dazu kommen. Kurz, wir standen nicht nur mitten in der Wueste, sonder auch im Dreck- wie alle anderen 200 Sudanesen, die schon auf dem Zug waren, auch. Irgendwie wurde es Abend, Nacht und auch wieder Morgen. Am Donnerstag, wir konnten es kaum fassen, waren wir, nachdem sich Kamal einmal mehr fuer uns einsetzte, Radau machte und kein Geschenk dafuer wollte, da waren wir die allerersten auf dem Schiff- wir und unsere Bikes und all unser Gepaeck. Das heisst, der Crack, der war natuerlich auch schon dort.
Durch eine enge Ladelucke gings in den Rumpf des alten Dampfers, die Bikes gleich dort abgestellt und wir hoch in unsere Kabine. Wiederum erste Klasse. Diesmal hiess dies aber: 2 Betten, ein Fenster aus Glas, Licht das funktionierte und mind. 2 Meter um uns herum niemand anders der stinkt als wir. Es war herrlich. Noch selten fand ich eine Aussicht aus einem Schiff als so beruhigend wie an diesem Tag- obwohl ich noch nie auf einem sooo alten Kan war.

Folgende Zeilen antstanden in Luxor, Egypten. 18 Stunden dauerte die Fahrt mit dem alten Kahn- sie war ruhig und angenehm.
Am Freitag, 9.1.04 fuhren wir um etwa 10 Uhr im Hafen von Aswan, Egypt ein. Etwa eine Stunde spaeter kamen die Zollbeamten aufs immer noch verriegelte Schiff und stempelten die Paesse ab. Unsere zuerst. Und wir mussten, durften, ich weiss nicht was richtiger ist, auch als erste von Bord; mit Bike und Gepaeck. Alle wollten helfen, was nett war, aber der volle Horror. Irgendwie hats geklappt durch all die Saecke, Koffer, Gestelle und Menschen hindurch. Im Zollhaus wurde uns Tee serviert, Fruehstueck gebracht und irgendwann gegen Mittag waren die ersten Stempel dann auch gemacht. Weil wir so nett seien erlaubte uns der Chef, die Bikes ins 20km entfernte Aswan mitzunehmen, und nicht am Hafen fuer 24h deponieren zu muessen. Die Einfuhrprozedur wuerde sich dort noch ueber 2 weitere Tage und unendlich viel Gebuehren und Schmiergeld weiter ziehen. Das war zwar muehsam, doch Phil und ich waren so froh hier zu sein, da schafften wir dies auch noch. Unsere Gelassenheit verhalf uns zu viel Freundlichkeit und dies wiederum ersparte uns wohl den einen oder anderen Tag Warten. Abwartend teilten uns die Beamten jeweils mit, wie lange dies und jenes dauern wuerde und wie teuer es sei. Wir erwiderten mit freundlichem OK und nicht mit dem wohl erwarteten Gewitter und siehe da, die Zeit verkuerzte sich, der Preis hingegen blieb.
In Aswan City fanden wir ein nettes Hotel mit Dusche, heiss Wasser, WC Papier und Frottiertuechern zu einem fairen Preis. Die Menschen im Hotel kuemmerten sich ruehrend um uns und wir genossen es zwischen den Gaengen zum Polizeiposten, dem Strassenverkehrsamt (sieht hier aus wie ein Schrottplatz bei uns) zum Registrationcenter und den Versicherungsagenturen einfach nur, hier zu sein.
Es war die Nacht vom Samstag auf den Sonntag, unsere zweite Nacht in dem Hotel in Aswan, als wir es nochmals richtig dick ab bekamen. Mehr zu dieser Geschichte im Bericht: "Polizeirapport". Wie dem auch sei. Schlaf fanden wir in jener Nacht bestimmt nicht. Wir wehrten einen Einbrecher ab, riefen Hilfe um 2 Uhr Morgens auf die Strassen Aswans hinaus und schrieben Polizeiraporte- es war Horror. Am Sonntag dann wechselten wir von der Trafic Police zur Tourist Police und, natuerlich, das Hotel. Am Sonntagnachmittag waren wir schliesslich stolze Besitzer der arabischen Numernschilder Aswan 13 fuer mich (welch Ironie)und Aswan 14 fuer Phil. Nach 1-2 Stunden Schlaf am Nachmmittag machten wir uns auf, um Loecher in die Nummernschilder zu bekommen, diese am Bike zu befestigen, Znacht ein zu kaufen, Geld zu wechseln, Paesse zu kopieren und schliesslich zu Essen, Duschen und schliesslich, endlich, endlich ruhig und lange und tief zu schlafen. Alle Tueren verriegelt.

Die Reise konnte am Dienstag, 12.1.04 am Mittag mit Polizeikonvoi weitergehen. Mit ueber 100kmh ging es rasend schnell durch Wueste, Dorf und Kurve. Was entgegen kam musste ausweichen. Obwohl sehr gefaehrlich genoss ich diese rasante Fahrt: die Richtung stimmte, es konnte mir eh nicht schnell genug gehen und unser Ziel? Luxor! Und von dem Namen versprach ich mir viel!
Bei Sonnenuntergang kamen wir an und ein Luxorpolizist auf seinem Motorrad eskortierte Phil und mich persoenlich mit viel Freude und Blaulicht direkt in den Moevenpickresort wo wir uns bei Pool, Badewanne, viel Personal, einem gigantischen Fruehstuecksbuffet mitten auf einer Nilinsel so richtig, aber ganz richtig verwoehnen lassen. 2 Tage und 2 Naechte nichts als Luxus, aehm Luxor! Endlich.


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