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phil und jazz - Die Wilde Zeit nimmt nun gar kein Ende mehr! 36h
Zugfahrt, anschliessend 2 Naechte in der Wueste bei Sandsturm, dann 20 auf der
Faehre und
schliesslich einen ganzen Tag auf der Traffic Police in Aswan. Eine einzige
ruhige
Nacht war uns gegoennt in einem neu eroeffneten Hotel in Aswan, bevor wir den
2. Tag auf der Traffic Police verbrachten, immer noch nur, um unsere Bikes
einzuloesen. Die Leute im Hotel noch recht unerfahren und etwas
ueberbekuemmert. Riefen alle 30 Minuten aufs Zimmer an, ob wir noch etwas
braeuchten, ob sie etwas fuer uns tun koennten etc. In der zweiten Nacht dann
der Hammer, eigentlich wie in einem schlechten Film:
23.30 Uhr
Wir schrecken aus dem Schlaf auf: ein Poltern und ploetzlicher Wind im Zimmer
(1. Stock, etwa sechs Meter ueber Boden). Jasmin ruft laut und erkennt eben
noch
eine Person durchs Fenster weg huschen, die ueber die Klimaanlage vom
Nebenzimmer her eingedrungen ist, resp. versuchte einzudringen. "Ich glaube das
war der Wirt", hat sie gesagt. Da sie sich jedoch nicht sicher war, blieb der
Zweifel. Sekunden spaeter hoerten wir ein Poltern, schlagende Tuer nebenan.
Sofort stuerme ich in den Flur heraus und sehe tatsaechlich den
Wirt, wie er aus dem Nebenzimmer kommt und nun versucht, abzuschliessen.
Sogleich bemerke ich, dass der Typ sternhagel betrunken war. Das hat gerochen
wie eine ganze Bar
und artikulieren konnte er sich auch nicht mehr. Hat nur noch gefaselt: "fire,
you fire" oder so was in die Richtung. Ich weiss nicht mehr genau, was ich
gesagt habe, war aber der Meinung, dass er geschnallt hat, dass wir den Vorfall
mit dem versuchten Einstieg mit ihm in Verbindung bringen und dass er uns nun
in Ruhe laesst. Vergiss es!
24.30 Uhr. Ihr koennt Euch vorstellen, dass
wir in dieser Zeit nicht mehr ganz so ruhig geschlafen haben, der zweite
Versuch! Gleiche Prozedur, steht wieder auf der Klimaanlage, eine handbreite
vor dem Abgrund und tappt an der Scheibe herum. Nun starte ich durch. Schreiend
renne ich aufs Fenster zu, schlage auf dieses ein, worauf er zurueck weicht.
Ich stuerme zum Zimmer heraus und schreie das Hotel zusammen - wenn da jemand
waere... keine Gaeste ausser uns. Der junge Kellner ist der einzige, welcher
anwesend ist. Er meint, er haette die Situation und den besoffnen Mann, der
sich nun im Nebenzimmer verbarikadiert hat, unter Kontrolle, kein Problem fuer
ihn, also kein Problem fuer uns, also keine Polizei.
Wir hoeren, wie der junge Kellner die naechste Stunde ueber unablaessig
versucht, den Alki
ueber das Zimmertelephon anzurufen, was er danach aufzugeben scheint.
Zwei Uhr morgens. Es lallt aus
dem Nebenraum, unser Telephon klingelt, der Wirt ruft uns unablaessig an und
was er stammelt ist nun nicht mal mehr arabisch. Nun haben wir genug. Total
veraengstigt, wer weiss schon, was ein Betrunkener alles noch fuer Ideen hat,
suchen wir nach Hilfe. Das war ja dann wie in Shining. Grosses, absolut
verlassenes Hotel, alle Tueren inkl Hauptportal verriegelt, mit dem Satphone
keinen Empfang, mit
dem Festnetz kommen wir weder von unserem, noch von der Reception aus nach
draussen, da wir keine Ahnung vom Access Code haben. Der junge Kellner ist
unauffindbar, wir also alleine mit einem Geisteskranken. Wir begeben uns in
unserem
Zimmer zum Fenster und rufen die vereinzelt sich auf dem nach Hause Weg
befindlichen Leute an, uns zu helfen, die Polizei zu rufen. Einer verspricht,
sobald er zu Hause sei, diese aufzubieten. Angstvolle Minuten verstreichen,
da kommt die Rettung: Etwa drei Wagen Polizei, etwa 20 Polizisten in Uniform
und
in Zivil, bewaffnet und ausgeruestet. Actionszenen wie im Film, Tuer
eindruecken, Hotel durchsuchen, Zimmer stuermen, der junge Kellner mit
verweinten
Augen taucht ploetzlich wieder auf, viele Zigaretten und hoher Puls. Der Wirt
war nirgends
mehr zu finden. Wir geben den Vorfall zu Protokoll, das heisst, Jasmin schreibt
auf Englisch in etwa den Ablauf auf ein Papier. Sie ziehen ab, den Geraeuschen
nach bleiben einige jedoch noch in der Naehe.
3.30 Uhr/ Es wurde nochmals laut. Die Polizei kommt zurueck,
den
Wirt im Zangengriff. Nach Idfentifikation waren sie genau so schnell wieder
weg, wie sie gekommen sind. Endlich unsere Ruhe!
Am Morgen mussten wir allen Ernstes noch mit dem Besitzer des
Hotels darueber diskutieren, dass wir nicht bereit seien, fuer diese Nacht zu
bezahlen! Schlussendlich gab er uns recht, wir sassen auch am laengeren Hebel,
denn wir hatten noch einen Termin bei der Tourist Police, auf welcher wir die
naechsten Schritte und Vorderungen einleiten haetten koennen.
Am selben Tag, nach schlafloser Nacht, nach Tourist Police, wo wir
die Sache nicht weiterzogen sondern auf sich beruhen liessen, dann nochmals ein
paar Stunden
Traffic Police und danach einfach nur noch ein Hotel suchen und Schlafen...
Oder doch besser Loecher in die Nummernschilder organisieren, Nummernschilder am
Bike befestigen, Geldwechseln,
einkaufen, Ausweise kopieren.....
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