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jazz - Wer sind sie, die wirklichen Helden unserer Welt? Sind es die Figuren wie Rote Zora, Peter Pan, Robin Hood oder doch Pipi Langstrumpf, die mir schon im Kindesalter immer wieder Mut machten, mehr zu wollen, als das Alltaegliche? Oder sind die Erfinder eben dieser Figuren, die den Menschen dieser Welt ihre Helden schenken, die wahren Helden? War Napoleon ein Held? Mutter Teresa eine Heldin? Und was ist mit Michael Jackson oder dem Erfinder der Gluehbirne? Ist man Held, wenn man beruehmt ist in der ganzen Welt fuer eine besondere Leistung, eine Erfindung oder sein ganzes Lebenswerk? Ich habe in meinem Leben schon viele Helden getroffen. Einige davon waren extrem jung, zweite Klasse vielleicht, und ganz bestimmt nicht weltberuehmt. Aber Helden. Wenn auch manchmal nur fuer 5 Minuten. Ihr merkt, auf welche Art Held ich zu sprechen kommen will? Die Helden unter uns, die Helden in meinem Alltag. Ich gebe zu, mein Alltag sieht seit gut 9 Monaten etwas speziell aus. Doch entwickelt sich das Reisen nach erstaunlich kurzer Zeit tatsaechlich zu einer Art Alltag- muss es sogar, sonst waere dies nicht zu meistern. Ablaeufe wie Packen, Motorradfahren, Motorrad warten, Geldwechseln, Grenzuebertritte, das taegliche Suchen nach einer Unterkunft, das fast taegliche sich Zurechtfinden in einer neuen Stadt, Region, in einem neuen Land mit neuer Sprache... das alles kann Alltag werden. Dazu gehoert auch das Zusammentreffen mit anderen Reisenden. Die einen mit dem Jeep unterwegs, seit 2 Monaten, seit 6 Monaten.. andere mit einer Tourisgruppe fuer 2 Wochen, wieder andere mit dem Zug, dem Motorrad und wieder andere mit dem Fahrrad. Letztere sind fuer mich- naja, in erster Linie natuerlich absolute Spinner! Wie kann man nur mit dem Fahrrad von Koeln nach Kapstadt fahren? Und moeglicherweise sogar wieder zurueck- ebenfalls durch Afrika!?! Doch ich muss zugeben, in jedem dieser kleinen Spinner entdeckte ich auch den Helden. Ich finde es wahnsinnig mutig, sich mit einem Fahrzeug auf einen so weiten Weg zu begeben, dass sich nur aus eigener Muskelkraft antreiben laesst und Du somit in einem Tempo die Laender erfaehrst, wo Du beim besten Willen nicht ueber etwas hinwegschauen kannst. Du bist langsam, extrem langsam, den Erlebnisen ausgesetzt. Mit dem Motorrad ist das schon etwas weniger der Fall. Du brauchst zwar auch beide Fuesse an den Boden zu stellen, wenn Du anhaelst, damit Du mit Deinem Gefaehrt nicht umkippst. Aber Du hast einen Helm auf, mit Visier und Du hast einen Gashebel: einmal kurz andrehen und Du bist weg (ZB. wenn in Ethiopien dutzende von Kindern aus ihren Huetten auf die Strasse rennen, Dir zuwinken, Dich anfeuern, versuchen, mit Dir Schritt zu halten -bei den Strassenverhaeltnissen in Ethiopien gelingt ihnen das sogar manchmal, auch wenn Du mit dem Motorrad unterwegs bist! Mit dem Motorrad kannst Du aber immer irgendwann Gas geben und bist das ganze Ruddel los und somit aus einer Situation raus, die auf Dauer unangenehm, wenn nicht sogar gefaehrlich werden kann: aus einer Unfaehigkeit an Verstaendigung auf allen Ebenen fuer alle Beteiligten heraus waechst nicht selten ein agressives Potential, bzw. gar Verhalten... (unvorstellbar fast, wenn man das nicht selbst erlebt hat...)- mit dem Fahrrad ist man solche Situationen nicht so schnell und nicht so einfach los. Mit dem Motorrad kannst Du auch mal noch 50km mehr fahren, wenn Dir die erreichte Stadt nicht passt. Mit dem Fahrrad nicht, oder nicht immer. Nein, also mit dem Fahrrad, ganz abgesehen von der sportlichen Leistung, das waere mir to much.
Ups, ich komme vom Thema ab. Helden. Helden sind fuer mich Menschen, die in Ihrem Leben etwas wagen. Manchmal selbstlos, aber gar nicht immer unbedingt. Helden sind ihrer Zeit meist etwas voraus, oder hinten nach? Manchmal nur 2 Sekunden (wenn einer endlich ausspricht, was alle anderen denken) und manchmal ganze Dekaden (Van Gogh?). Helden sind fuer mich mutige Menschen, genau so wie naive Menschen. Manchmal ist es die Situation, die aus einem Menschen den Helden macht- aber auch nur, wenn dieser Mensch seinen Beitrag gibt- bewusst oder unbewusst.
Ich mag Helden. Ich bin gerne um Helden herum- und ich kenne viele Helden. Und von einem dieser Helden, von dem muss ich Euch jetzt einfach erzaehlen.... In den USA hatten Phil und ich vor, je einen Bericht fuer unsere HP ueber den ReisePARTNER zu schreiben. Reisen mit Phil, so heisst mein Gedicht, das ich damals schrieb, aber nie auf die HP setzte, da Phil mit seinem Bericht, Reisen mit Jazz, noch bis heute auf sich warten laesst- zum Glueck! Lese ich meine Zeilen von damlas naemlich heute wieder.... ohje, wie herzig und schnuggelig, was ich da schrieb. Alles total unwichtige, wenn auch wahre Komplimente an Phils Charakter, seine Staerken, seine Schwaechen. Tja liebe Leser, dies Gedicht bleibt Euch verwahrt! Weshalb ich trotzdem darauf zu sprechen komme? Ganz einfach. Ich muss Euch einfach mal sagen, was ich auf dieser Reise fuer einen Helden zu meiner Seite habe! Es sind nicht seine Charakterzuege, seine Staerken, seine Schwaechen, die ich auf dieser Reise zu schaetzen lerne! Natuerlich nicht. Dies alles kannte ich schon an ihm und war natuerlich die Voraussetzung, mich ueberhaupt auf eine soooo lange und soooo intensive Reise mit ihm einzulassen. Doch zugegeben, wie gut ich ihn kenne und wie intensiv diese Reise sein wuerde, das merkte ich erst auf der Reise selbst. Doch jetzt schweife ich ja schon wieder vom Thema ab. Es sind seine Heldentaten, fuer die ich ihn gegen nichts und niemenden auf dieser Welt hergeben wuerde! Ihr koennt Euch gar nicht vorstellen, wie froh ich nach einem Tag mit 6 Stunden Fahrt, manchmal Offroad, machmal mit Grosstadt, manchmal mit einem Grenzuebertritt, egal, 6 Stunden Fahrt und wir stehen vor einem Hotel. Wo ist der Parkplatz? Es gibt keinen. Jedenfalls keinen offiziellen. Der Wirt laechelt freundlich und zeigt in die Eingangslobby seines Hotels; unseren Parkplatz. Vor der Lobby sehe ich einen Abwasserkanal ohne Bruecke, einen Randstein von etwa 30cm Hoehe und danach 7 Treppenstufen hinauf zur schmalen Eingangstuer. Noch bevor ich wieder atme und Phil fragen kann, ob er diese 10 Meter fuer mich fahren wuerde, sitzt er bereits auf dem Motorrad und nimmt diese fuer mich in diesem Zustand absolut unueberwindbare Huerde erst ruckzuck mit meinem und dann schwuppdiwupp mit seinem Motorrad in Angriff. Vor Bewunderung un Dankbarkeit gehe ich innerlich in die Knie- mein Held empfaengt mein herzlichstes Laecheln. Oder ich erinnere mich an die eben nicht vorhandene Rampe damals in Khartoum am Gueterbahnhof. Mein Held zauberte beide Motorraeder in den Wagon noch bevor ich bei den Verantwortlichen fertig Dampf ablassen konnte! Oder die ich weiss nicht mehr wievielen, 7 vielleicht, all die Flussdurchquerungen damals vor Sucre in Bolivien, nach 7 Stunden Offroad... Ich erwaehne absichtlich nur seine fahrtechnischen Heldentaten (von denen ich auf den 50'000km auch nicht wenige selber gemeistert habe, nur damit jetzt kein falsches Bild entsteht. Aber zugegeben, 3-4 entscheidende Stellen, ohne die ich moeglicherweise nicht hier in Amman sitzen wuerde, die hat Phil gemacht). Diese Reise bietet Phil, genauso wie mir, unendlich viele Moeglichkeiten, Held zu sein. In unzaehligen Bereichen. Und ich bin froh, dass Phil fast keine dieser Situationen auslaest. Sei es wenn ich krank, launisch, schwach, traurig oder auch einfach nur muede bin. Danke Phil.
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