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jazz - Philipp und ich haben viel über diesen Punkt diskutiert, bzw. wir sind oft bei diesem Punkt gelandet, egal über was wir zu Beginn der Diskussion gesprochen hatten. Es war für uns beide von Beginn weg klar, dass wir hier nicht sparen wollten. So wurden viele Fragen in Bezug auf Route, Bekleidung, Motorrad und und damit verbundene finanzielle Leistungen über den Punkt Sicherheit gebrochen und zu Gunsten der Sicherheit als beschlossene Sache abgehakt.
Ich kann im Vorfeld einer solchen Reise viel für meine Sicherheit tun! Über Anschaffungen von speziellen Geräten, Umbauten des Motorrades und auf was wir beim Kauf unsere Bekleidung achteten; von alle dem kannst Du Dir in dieser Tabelle ein Bild verschaffen.
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| Teil |
Beschreibung |
| Helm |
Sie sind teuer, umständlich, schweisstreibend und sie schützen einem das Leben. Deshalb kann ein Helm nicht gut genug sein, der Preis sollte eigentlich keine Rolle spielen. Informiere dich in Zeitschriften über die neuen Modelle. Jeden Frühling werden grosse Tests und Vergleiche durchgeführt. Kaufe nur einen Helm, der Dir 100% passt, das heisst über den ganzen Kopfbereich gleichsam satt anliegt. Im Zweifelsfall darf er eher eine Spur zu klein sein, als zu gross, da er sich mit der Tragdauer ausweitet. Die meisten Händler vertreten nur einige wenige Marken. Es lohnt sich mehrere Händler mit unterschiedlichen Angeboten aufzusuchen und einen Deckel nach dem anderen zu probieren. Diejenigen, welche in eine engere Auswahl kommen unbedingt probefahren! Je nach Motorradmodell, Körpergrösse des Fahrers und Sitzposition eignet sich der eine oder andere Topf besser. Verzichte auf die aufwändig und manchmal durchaus schönen, bunten Designs, wenn Du Geld sparen möchtest. Tip: Trage einen Kopfpariser. Das steigert den Tragkomfort gerade bei heissem Wetter enorm! FahrerInnen können zudem ihren Ohrschmuck anbehalten, ohne dass die Läppchen abreissen. |
| Handschuhe |
Die Handschuhe Circuit von IXS gehören zu den Besten, welche der Markt zur Zeit zu bieten hat. Das unbehandelete Schafsleder ist dünn, dadurch gewährleistet es einen vortreffliches Gefühl bis in die Fingerspitzen, jedoch trotzdem abriebfest. Protektoren sind nicht nur an den üblichen Stellen, sondern auch an der Aussenseite des Daumens. Der Schutz der Greifer erfolgt mehrschichtig. An der Oberseite ergänzt eine Aramid-Schicht das Leder. An Knöchel, Finger und am Handballen kommen Carbon-Formteile und so genannte Memory Foam Polster dazu. Auch Handkante, kleiner Finger und Handballen sind zusätzlich geschützt. Vergitterte Lufteinlässe an den Fingern sehen auch cool aus, doch sie verhindern primär und effizient Schweisspfoten! In Italien oder Frankreich bei 30 Grad Hitze kannst Du diesen Handschuh auch nach der dritten Zahlstelle wieder anziehen. Bei diesem Modell handelt es sich zwar um einen sog. Racing-Handschuh der nicht wasserdicht ist. Das stört mich mit Griffheizung und Handprotektoren aber nicht im Geringsten. |
| Jacke |
Für eine Reise in unterschiedlichen Klimazonen empfehle ich eine Textiljacke. Die modernen Stoffe erfüllen fast alle Bedürfnisse bezüglich Wind- und Regenschutz bei gleichzeitiger Atmungsaktivität und Abriebfestigkeit. Achte besonders auf gut positionierte Schutzelemente (bei guten Modellen sind diese einstellbar) an Ellbogen, Schultern und Rücken. Mit GoreTex, Windstopper (gleich wie GoreTex, jedoch von der Konkurrenz), Cordura habe ich schon super Erfahrungen gemacht. Der Markt ist in Bewegung und es kommen immer wieder neue Entwicklungen auf den Markt, so dass ich abschliessend nur raten kann, sich vor dem Kauf gut zu informieren. |
| Hosen |
Die Hose sollte sicher und bequem sein. Lass Dir für den Kauf der Hose viel Zeit und vor allem; versuche verschiedene Modelle- ein Unterschied lässt sich erst feststellen, wenn man Vergleiche hat. Hingucker: Protektoren (wo, Material, herausnehmbar), Taschen (auch Wasserdicht), Verschluss vorne, Antirutsch zwischen den Beinen, Reflektierende Signete, usw. |
| Schuhe |
Harte Sohlen (evtl. mit Metallplatten), Knöchel sollen geschützt sein, das Schienbein von Vorteil geschützt vor Steinschlag. So machts Spass. Immer wieder wurde uns gesagt, wir hätten auch darauf zu achten, dass sie bequem zum Gehen sein sollten. Nein, da bin ich anderer Meinung! Die Schuhe sollen optimalen Schutz auf dem Bike bieten. Wenn jemand das Gefühl hat, mit den selben auch noch stundenlang rumgehen zu müssen, bitte. Dafür haben wir leichte Turnschuhe dabei. |
| Rückenpanzer |
Die Grösse muss stimmen und bequem muss er sein; evtl. ist ein Nierengurt integriert. Idealer Schutz bieten Panzer mit Hartschalen aussen, welche wie Schuppen gegliedert auch die nötige Bewegungsfreiheit gewährleisten, und dämpfendes Material auf der Innenseite. Das bringt die gewünschte Kombination von Abriebfestigkeit und Stossdämpfung. |
| Unterwäsche |
Es macht durchaus Sinn, sich auch unter all den Protektoren möglichst optimal zu kleiden. Ich persönlich fühle mich ab einem gewissen Pegelstand Schweiss unwohl, ganz abgesehen davon, dass Funktionsunterwäsche auch vor Erkältungen schützen können. Sie transportieren den Schweiss, der sich während der Passauffahrt am Südhang sammelt effektiv nach aussen, so dass der Körper durch den stärkeren Wind der rasanten Abfahrt am Nordhang nicht auskühlt. Aus Erfahrung kann ich spezielle Biker (Fahrrad) Wäsche empfehlen, wie sie etwa von Odlo angeboten wird. Diese haben teilweise spezielle Windprotektoren auf der Frontseite oder um die Nieren. Also schaut doch mal beim nächst grösseren Fahrradhändler oder guten Sportgeschäft in die Regale. Tip: Achtet auf die Nähte! Die müssen ja nicht zwingendermassen an der Stelle verlaufen, auf welcher Ihr sitzt. |
| Wasser / Camelbag |
Dehydration des Körpers (austrocknen) ist etwas sehr gefährliches. Ohne es sofort zu merken fallen die Konzentrationsfähigkeit und die Reaktionsgeschwindigkeit enorm ab, wodurch die Unfallgefahr steigt! (Konstantes Flüssigkeitsdefizit führt zudem zu Nierenfehlfunktion). Kann ein starkes Hungergefühl schnell mit etwas Nahrungszufuhr beseitigt werden, so ist es beim Wasserhaushalt meistens zu spät wenn man das Defizit erst mal bemerkt, da das laden der Körpereigenen Wasserspeicher seine Zeit braucht. Für lange Touren in heissen Gebieten ist daher ein solcher Camelbag ideal, welcher Wasser aus einem Wasserbehälter, der wie ein Rucksack auf dem Rücken getragen wird, mit einem Schlauch zum Mund führt. So ist eine konstante Flüssigkeitszufuhr auch mit aufgesetztem Helm möglich. Fassungsvermögen des "Blow Fish" ist 3 Liter. Zusatzinfo Dehydration: Warnzeichen sind
Starker Durst / trockener Mund / Verwirrung / Koordinationsprobleme / plötzliche Abnahme der Leistung / "Hühnerhaut" bei Hitze.
Solche Symptome sind Alarmzeichen, die in der Regel relativ spät auftreten.
Wenn während der Fahrt eines oder mehrere dieser Symptome auftreten, muss sofort angehalten werden, ein schattiger Platz soll aufgesucht werden und es ist ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. |
| Bremsen |
Wenn ABS Bremsen was für Anfänger ist, dann zähle ich mich halt dazu. Vermutlich kann ein geübter Profi mit seiner Sportbremsanlage auf Asphalt ein paar Haarbreiten eher zum Stillstand kommen, als ich mit ABS. Das trifft aber nur auf vorbereitete Testumgebungen oder Rennstrecken zu, wo man auf den Bremspunkt gefasst ist. In der Realität tritt die Situation in welcher man mit voller Kraft in die Eisen steigen muss vermutlich sehr überraschend ein. Da bin ich froh, dass mich ein ABS unterstützt, noch etwas zu retten. Regel für Fahrer mit ABS: Vergesst ABS und verlasst Euch nicht darauf. Bremsen muss man ständig wieder üben, so lange man Motorrad fährt. Langjährige Biker (welche ich als gute Fahrer einschätze) raten mir immer wieder dazu. Auch wenn es manchmal Überwindung kostet (was soll das, ich kann ja bremsen) nehme ich den Rat an, damit ich bei Systemausfall nicht über die nächste Leitplanke schiesse. ABS ist bei Motorrädern nocht nicht lange Standard und bei weitem noch nicht so zuverlässig wie bei Autos. |
| Tankausbau |
Die letzte Tankstelle war vor 300 km, zur nächsten sind es noch 200 km. Da ist es doch schön, wenn man nach einer kurzen Pause, einem Schluck Wasser und einem Foto für die Homepage einfach wieder aufsteigen und dort hin fahren kann. |
| Reifen |
Eine Wissenschaft für sich. Ich bin fasziniert von der Welt, welche sich eröffnet, wenn man sich näher mit dem Thema beschäftigt. Wählt die Reifen spezifisch für euer Motorrad und den erwarteten Untergrund, womit nicht der Schwarzmarkt gemeint ist, auch wenn Reifen diese Farbe haben. Da ich weder Zeit noch Geld habe, eigene umfassende Erfahrungen bis zum Start der Reise zu sammeln, stütze ich mich hauptsächlich auf Artikel in Zeitschriften sowie Erfahrungsberichte aus dem Internet von privaten Fahrern. |
| Federung |
Aus T.Trottmanns "Motorradreisen zwischen Urlaub und Expedition" habe ich den alltagstauglichen Trick: Vollbeladen im Schritttempo über einen Randstein. Dabei darf die Federung nicht anstehen. Tut sie das, Ballast abwerfen, eine härtere Feder oder im Notfall neue Stossdämpfer. |
| Gewicht |
Wir haben uns die Grenze von 300 kg gesetzt, ein Gewicht, mit dem auch extremere Terrainbedingungen überwältigt werden können (es wäre doch schade es scheitert am Bike und nicht am fahrerischen Können). Was auf den ersten Moment nach viel klingt, reduziert sich schlagartig: Das Motorrad wiegt um die 200 kg, dazu kommen ausreichend Wasserreserven (ca 10L), Zusatztanks (bis 22L), Werkzeug, Essen, Zelt, Schlafsäcke, Kochausrüstung und oben drauf der/die Fahrerin. Da kann man sich selbst ausrechnen, dass eigentlich das 3. Paar Socken schon zuviel ist. Ich freue mich. |
| GPS |
Wenn man so viel Zeit zur Verfügung hat ist die Positionsbestimmung nicht immer ganz so wichtig; was sind schon ein paar hundert Kilometer mehr oder weniger, im Verhältnis zur Gesamtdistanz? Ich kann mir aber sehr gut vorstellen, dass gerade in Gebieten weit ab der Zivilisation und Strassenschilder ein GPS unabdingbar ist. Im Notfall die exakte Position durchgeben zu können (siehe auch Satellitentelefon) kann lebensrettend sein. Denke daran - bist du dir das Navigieren mit einem solchen Gerät nicht gewohnt, besorge dir frühzeitig eines, damit du Zeit zum Trainieren hast. |
| Handy |
Ja, wir haben eines dabei. Nein, wir nehmen nicht ab. Informiere dich vor der Abreise über die Roaming Partner deiner Telefongesellschaft und die Tarife. Der Vergleich zwischen den Anbietern lohnt sich, je exotischer dein Reiseziel ist. Prüfe auch die Frequenzen des GSM-Netzes im Reiseland. Für Nordamerika brauchen wir Europäer ein Triband-Handy (GSM1900). Grosse Teile Südamerikas sind nicht abgedeckt. |
| Satellitentelefon |
Wie das Handy nur für den absoluten Notfall gedacht. Da wir auf unserem Weg weite Teile kein GSM Netz für "normale" Mobiltelefone zur Verfügung haben, bekamen wir ein solches Gerät von besorgten Angehörigen gesponsert. Die Preise für solche Geräte sind übrigens, wie auch die Dimensionen, stark gesunken. |
| Apotheke |
Denke früh genug an alle Impfungen, welche Du für das Reiseland evtl. noch benötigst. Mit einigen (Bsp. Hepatitis) muss man sechs Monate vorher anfangen. Die Impfungen sind, nebst allgemeiner Fitness, der Basisschutz. Für Zwischenfälle unterwegs kann man sich nur mit Wissen und einer guten Apotheke rüsten. Wissen: Ich bin absolut überzeugt, dass ich im Extremfall richtig handle. Das sagen alle, ich verlasse mich aber nicht darauf. Weisst du jetzt nicht wie ein Druckverband angebracht werden muss, so weisst du es auch in der Unfallsituation nicht. Informiere dich über die wichtigsten Handgriffe bei einer Fachperson; da kommt vielleicht nicht nach zehn Minuten ein Krankenauto... Gerade mit dem Motorrad ist auch mal mit einem Bruch zu rechnen. Falls möglich, nimm ein starkes Schmerzmittel mit, damit der Verletzte, wenns nicht anders geht, auf dem Sozius zur nächsten Ortschaft gebracht werden kann. |
| Papiere |
Nimm von allen wichtigen Papieren mind. zwei Kopien mit und deponiere diese nicht am selben Ort. Reisepass, Visa, Fahrzeugdokumente, intl. Führerschein, evtl. Frachtpapiere, Flugtickets etc. Tip: Scanne alle diese Papiere und speichere sie im Internet ab. So kannst Du auf der ganzen Welt in jedem Internet-Cafe Kopien ausdrucken, falls dir etwas abhanden gekommen ist. |
| Homepage |
Für uns gab es hauptsächlich 7 Gründe, eine eigene Homepage zu erstellen:
a) Via Homepage können wir Kontakt zu unseren Lieben behalten
b) Wir schaffen uns ein Andenken
c) Ausleben der Vorfreude
d) Die ganzen Pläne werden nochmals strukturiert durchgegangen
e) Informationsquelle für Interessierte
f) Reisehilfe unterwegs (Wir haben Adresslisten von Konsulaten, Unterkünften, Motorradvertretungen etc. in einem persönlichen Bereich abgespeichert und somit abrufbereit.)
g) Sicherheitsmassnahme (Ebenfalls in einem persönlichen Bereich sind eingescannte Kopien von Reisepässen, Visa, Tickets, Versicherungsnachweisen, mehrsprachige Packlisten und ähnliches abgesichert. Dadurch sind wir in der Lage mindestens immer eine Kopie ausdrucken zu können, wo immer es Internetcafes gibt, sollten die Originale abhanden kommen.) Eine Demoversion des privaten Sektors kannst Du hier sehen und sogar testen! |
| Geld |
Wie überall empfohlen ein gesunder Mix von Bargeld, Schecks und Kreditkarte. Spezialtip von Karsten: Für den äussersten Notfall ein, zwei Goldmünzen mitnehmen. Informiere dich über die beliebteste Währung des Reiselandes (US$, Franc, Pfund). Mit diesen brennst du weniger an und erhälst in der Regel einen besseren Kurs als wenn du mit dieser italienischen Währung, wie heisst sie, ach ja, Euro, an der Theke stehst. |
| Sprache |
Es ist fast unglaublich was es ausmacht, wenn man nur ein paar Brocken der Landessprache spricht. Die Leute reagieren sehr oft herzlicher und hilfsbereiter wenn sie erkennen, dass man es wenigstens versucht. Nur schon eine Begrüssung in der Landessprache baut enorm Distanz ab. |
| Pausen |
Plane genug Pausen ein und halte dich daran wenn du ein wenig zum Übermut neigst, wie uns das auch schon passiert ist. Längerfristig ist eine etwas ruhigere Gangart doch zielführender als wenn man nach drei Wochen ausgepowert am eigenen physischen und psychischen Limit klammert. |
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Aber für Sicherheit kannst Du noch mehr tun, als einfach ein bisschen mehr Geld ausgeben:
· Information und gute Planung kann Sicherheit bedeuten. Lies mehr dazu auf der Planungs-Seite Vorgehen
· Philipp und ich haben im Juni 2002 einen Tag in der Kiesgrube von Kenzingen DE verbracht! Lies mehr von unserem ersten Endurokurs in unserem Tagebuch ...
· Sport! Ausdauersport stärkt das Immunsystem und steigert die Lebensqualität; der Tag wird länger, du wirst weniger schnell müde und erschöpft. Die Konzentrationsfähig kann somit über eine längere Zeit erhalten werden, was dich vor Unfällen aus Unachtsamkeit schützt. Zudem fühlst du dich ganz einfach stärker- auf der ganzen Linie! Aber- du musst es tun!!!
Die folgenden Sätze sind vor allem für alle die wichtig zu lesen, die Philipp und mich schon länger kennen. Ja - es ist wahr, wir sind unter die Sportler gegangen! Nix mehr Zigi, nix mehr alles mit dem Auto! Aber immer noch genau so lebenshungrig...
Willst Du mehr von Philipp und mir erfahren? Dann lies auf der Projekt-Seite mehr über Phil und über Jazz
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