Weshalb Weltreise?
Im Alter, in dem fast jeder Junge Lokführer oder Pilot werden möchte, da träumte ich von einer Erdumrundung mit dem Flugzeug. Möglichst viele Starts und Landungen, aussteigen eigentlich nur im Notfall. In den wilden Jahren als Teenager drehte sich noch viel mehr als nur die Erde und ich war froh, von Zeit zu Zeit wieder einen Moment zu haben, an dem ich wusste wo ich bin. Es gab viel zu entdecken, der Ort spielte da keine Rolle, hauptsache weg. Kaum zwanzig, da nutzte ich die erste Gelegenheit für eine grössere Reise und trampte für ein halbes Jahr durch Südamerika. Zurück in der Heimat hatte ich noch die Vorstellung, nach ein paar Monaten Arbeit wieder aufzubrechen. Zuerst kommt Dieses dazwischen, dann noch Jenes und noch viel mehr. Irgendwie summierte sich dieses Dazwischen auf acht Jahre, dementsprechend gross ist die Lust und der Umfang des aktuellen Vorhabens. |
Warum ausgerechnet mit dem Motorrad?
Zweiräder gehören seit langer Zeit zu meinem Hobby. Schon als kleiner Bube habe ich vom Motorradfahren geträumt, noch heute fasziniert mich alles auf zwei Rädern. Zeitlich gesehen verbringe ich pro Jahr mehr Stunden auf dem Fahrrad, als auf dem Motorrad, so kann ich Passion und Fitnesstraining verbinden. |
Weshalb gerade jetzt?
Für Jasmin und mich ist der gewählte Zeitpunkt ideal. Wir haben noch keine laufenden Verpflichtungen wie etwa ein Haus oder Kinder, was uns sehr flexibel macht. Zudem haben wir beide eine gewisse Karriere gemacht und bis zur Abreise die ersten Weiterbildungen abgeschlossen. Das gibt uns Sicherheit in Anbetracht dessen, nach unserer Rückkehr wieder Fuss fassen zu müssen. Für mich persönlich bedeutet diese Auszeit auch die Gelegenheit zu reflektieren und mich nach der Heimkehr evtl. nochmals ganz neu auszurichten. |
Warum gerade ich?
Kann ich diese Frage nicht ansatzweise innerhalb von zwei Minuten mit meinem eigenen Handeln beantworten, so lasse ich sie seit einigen Jahren grundsätzlich beiseite, da sie nicht zielführend ist. Ich suche nicht nach höheren Regeln wo keine sind, noch sehe ich mich als Opfer einer Gesellschaft oder eines Systems. Diese Einstellung ist nicht mit Gleichgültigkeit zu verwechseln, ich empfinde meine Stellung als privilegiert, verschwende aber keine Energie darüber, weshalb ich in Westeuropa geboren bin und mir eine solche Reise leisten kann.
Mein Ehrgeiz und das bestreben, immer wieder das Maximum zu leisten, machen mich zuversichtlich, dass ich die Reise beenden werde, obwohl ich mich nicht zu den (äusserlich) harten Kerlen mit Benzin im Blut zähle. |
Was kommt danach?
Für mich ist zur Zeit (sechs Monate vor der Abreise) klar, dass ich mich nach der Reise wieder voll auf die Arbeit stürze und freue mich schon jetzt darauf. In welchem Gebiet das sein wird kann ich jetzt natürlich noch nicht sagen, da bin ich selbst gespannt. Doch fühle ich mich noch lange nicht ausgebrannt, noch viel zu jung um sich zurück zu lehnen und noch viel zu hungrig auf das Leben (von welchem Arbeit ein Teil davon ist). Mich reizt der Gedanke im Ausland berufliche Erfahrungen zu sammeln. Abwarten. |
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